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Marktforschung und Marktgrößen

In 30 Sekunden

Marktforschung sammelt Informationen über Kunden, Konkurrenz und Markt, damit Marketingentscheidungen nicht aus dem Bauch kommen. Primärforschung erhebt neue Daten selbst, Sekundärforschung nutzt Daten, die es schon gibt. Mit Marktpotenzial, Marktvolumen, Absatzvolumen und Marktanteil beschreibst du, wie groß ein Markt ist und welches Stück davon dein Unternehmen hat.

Danach kannst du:
  • Primär- und Sekundärforschung unterscheiden und Vor- und Nachteile nennen
  • Befragung, Beobachtung, Experiment/Test und Panel einer Situation zuordnen
  • Marktpotenzial, Marktvolumen, Absatzvolumen, Marktanteil und Sättigungsgrad berechnen
  • Marktanalyse, Marktbeobachtung und Marktprognose auseinanderhalten

Marktforschung heißt: Informationen über den Markt systematisch sammeln und auswerten. Systematisch bedeutet, du planst vorher, was du wissen willst, wen du fragst und wie du auswertest.

Lumen Leuchten will zum Beispiel wissen: Wie viele Stehleuchten werden in Deutschland verkauft? Was zahlen Kunden für Designleuchten? Was machen die Konkurrenten?

Woher kommen die Daten?
Primärforschung (Feldforschung)
  • •Neue Daten, extra für die eigene Frage erhoben
  • •Beispiele: Kundenbefragung, Produkttest, Beobachtung im Möbelhaus
  • •Vorteil: genau passend, aktuell, Konkurrenz kennt sie nicht
  • •Nachteil: teuer und zeitaufwendig
Sekundärforschung (Schreibtischforschung)
  • •Vorhandene Daten, ursprünglich für einen anderen Zweck erhoben
  • •Intern: Umsatzstatistik, CRM, Reklamationen, Außendienstberichte
  • •Extern: Statistisches Bundesamt, Verbände, IHK, Fachzeitschriften, Internet
  • •Vorteil: schnell und günstig. Nachteil: evtl. veraltet, nicht genau passend
Eselsbrücke

Sekundär kommt zuerst. In der Praxis schaust du erst, was es schon gibt (Sekundärforschung). Erst wenn Fragen offen bleiben, startest du die teure Primärforschung. Merksatz: Erst googeln, dann fragen.

Methoden der Primärforschung
  • Primärforschung
    • BefragungMenschen werden gefragt
      • schriftlich/onlineFragebogen, günstig, niedrige Rücklaufquote
      • mündlich/persönlichInterview, Rückfragen möglich, teuer
      • telefonischschnell, aber Werberecht beachten
    • BeobachtungVerhalten wird beobachtet, ohne zu fragen
      • z. B. Laufwege im Möbelhaus, Klickverhalten im Onlineshop
    • Experiment/Testeine Größe gezielt verändern und Wirkung messen
      • Produkttest, Markttest in Testregion, A/B-Test im Shop
    • Panelgleiche Gruppe, gleiches Thema, regelmäßig wiederholt
      • Verbraucherpanel, Handelspanel
Beispiel: Lumen Leuchten testet die neue Tischleuchte

Lumen möchte wissen, ob die Tischleuchte „Nova“ in Schwarz oder in Messing besser ankommt.

  • Befragung: 300 Kunden des Onlineshops bekommen einen kurzen Fragebogen.
  • Beobachtung: Im Showroom wird gezählt, welche Leuchte Besucher zuerst anfassen.
  • Experiment/Test: Im Onlineshop sieht die Hälfte der Besucher das schwarze Modell als Titelbild, die andere Hälfte das Messingmodell (A/B-Test). Gemessen wird die Bestellquote.
  • Panel: Ein Marktforschungsinstitut fragt dieselben 2.000 Haushalte jeden Monat nach ihren Leuchtenkäufen.
Einmal oder dauerhaft?
Marktanalyse
  • •Zeitpunktbetrachtung (Momentaufnahme)
  • •Wie sieht der Markt jetzt aus?
  • •z. B. vor einer Produkteinführung
Marktbeobachtung
  • •Zeitraumbetrachtung (laufend)
  • •Wie entwickelt sich der Markt?
  • •z. B. Trends, Preise der Konkurrenz verfolgen

Aus Analyse und Beobachtung entsteht die Marktprognose: eine begründete Vorhersage, wie sich der Markt in Zukunft entwickelt. Beispiel: „Der Markt für smarte Leuchten wächst in den nächsten drei Jahren um etwa 8 % pro Jahr.“

BegriffBedeutungBeispiel
MarktpotenzialHöchstmögliche Absatzmenge aller Anbieter, wenn alle möglichen Käufer kaufen2.400.000 Stück
MarktvolumenTatsächlich verkaufte Menge aller Anbieter1.800.000 Stück
AbsatzvolumenTatsächlich verkaufte Menge des eigenen Unternehmens54.000 Stück (Lumen)
MarktanteilAnteil des Absatzvolumens am Marktvolumen in %3 %
SättigungsgradAnteil des Marktvolumens am Marktpotenzial in %75 %
Die Marktgrößen (Beispiel Designleuchten in Deutschland, pro Jahr)
Marktanteil
Marktanteil in % = Absatzvolumen (oder Umsatz) des Unternehmens ÷ Marktvolumen × 100

Mengenmäßig (Stück) oder wertmäßig (Euro) möglich. Wichtig: Zähler und Nenner in derselben Einheit.

Sättigungsgrad
Sättigungsgrad in % = Marktvolumen ÷ Marktpotenzial × 100

Hoher Sättigungsgrad: wenig Wachstum möglich, Kunden müssen der Konkurrenz abgenommen werden.

Merke

Die Reihenfolge der Größe nach ist immer: Marktpotenzial ≥ Marktvolumen ≥ Absatzvolumen. Das Potenzial ist das, was möglich wäre. Das Volumen ist das, was alle wirklich verkaufen. Das Absatzvolumen ist dein eigenes Stück vom Kuchen.

Prüfungsfalle

Marktanteil wird mit dem Marktvolumen berechnet, nicht mit dem Marktpotenzial. Und: Panel ist keine eigene Befragungsart „nebenbei“, sondern bedeutet immer gleicher Personenkreis, wiederholt zum gleichen Thema. Eine einmalige Umfrage unter 2.000 Leuten ist kein Panel.

Lieber schauen als lesen?

Kurze Erklärvideos zum Thema. Das Video lädt erst, wenn du auf Play tippst. Geprüft am 6.10.2026.

Marktforschung, Primärforschung, Sekundärforschung | Marketing
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Fachbegriffe auf Englisch

In der Prüfung können englische Fachbegriffe vorkommen.

Marktforschungmarket research
Primärforschungprimary research / field research
Sekundärforschungsecondary research / desk research
Befragungsurvey
Marktanteilmarket share
Marktvolumenmarket volume
Marktpotenzialmarket potential

Jetzt du

Starte mit den leichten Aufgaben. Falsche Antworten landen automatisch in deiner Wiederholungsliste.

0 von 10 gelöst
Aufgabe 1ZuordnenEinstieg

Ordne die Informationsquelle der richtigen Forschungsart zu.

Produkttest mit 50 Architekten
Umsatzstatistik der letzten drei Jahre
Online-Umfrage unter Shopkunden
Branchenbericht des Statistischen Bundesamts
Aufgabe 2AuswahlEinstieg

Welche Methode liegt vor? Ein Institut befragt jeden Monat dieselben 2.000 Haushalte zu ihren Einrichtungskäufen.

Aufgabe 3RechnenEinstieg

Der Markt für Designleuchten in Deutschland hat ein Marktvolumen von 1.800.000 Stück. Lumen Leuchten verkauft 54.000 Stück. Berechne den mengenmäßigen Marktanteil.

%
Aufgabe 4RechnenPrüfungsniveau
Situation

Du arbeitest in der Marketingabteilung der Lumen Leuchten GmbH. Ein Branchenverband schätzt das Marktpotenzial für Pendelleuchten auf 3,2 Mio. Stück pro Jahr. Tatsächlich verkauft wurden im letzten Jahr 2,72 Mio. Stück.

Berechne den Sättigungsgrad des Marktes in Prozent.

%
Aufgabe 5RechnenPrüfungsniveau

Das wertmäßige Marktvolumen für Designleuchten beträgt 420 Mio. €. Lumen Leuchten erzielt in diesem Markt einen Umsatz von 12,6 Mio. €. Berechne den wertmäßigen Marktanteil.

%
Aufgabe 6RechnenPrüfungsniveau

Lumen Leuchten hat bei Stehleuchten einen Marktanteil von 4,5 %. Das Marktvolumen liegt bei 1,6 Mio. Stück. Wie viele Stehleuchten hat Lumen verkauft?

Stück
Aufgabe 7RechnenKnifflig
Situation

Lumen Leuchten verkauft derzeit 54.000 Designleuchten bei einem Marktvolumen von 1.800.000 Stück. Die Marktprognose erwartet für das nächste Jahr ein Wachstum des Marktvolumens um 10 %. Die Geschäftsleitung möchte im nächsten Jahr einen Marktanteil von 3,5 % erreichen.

Um wie viel Prozent muss Lumen seinen Absatz steigern, um das Ziel zu erreichen? Runde auf zwei Nachkommastellen.

%
Aufgabe 8Richtig/FalschPrüfungsniveau

Richtig oder falsch?

Die Marktbeobachtung ist eine Zeitpunktbetrachtung.
Sekundärforschung ist meist günstiger als Primärforschung.
Das Marktvolumen kann größer sein als das Marktpotenzial.
Ein A/B-Test im Onlineshop ist eine Form des Experiments.
Aufgabe 9LückentextEinstieg
Wird ein Markt zu einem bestimmten Zeitpunkt untersucht, spricht man von . Die laufende Untersuchung über einen Zeitraum heißt . Die Vorhersage der künftigen Entwicklung nennt man .
Aufgabe 10Freie AntwortKnifflig
Situation

Lumen Leuchten überlegt, eine smarte Stehleuchte mit App-Steuerung auf den Markt zu bringen. Die Geschäftsleitung möchte vorher wissen, ob junge Erwachsene (25 bis 35 Jahre) bereit sind, dafür etwa 300 € auszugeben.

Schlage ein Vorgehen zur Marktforschung vor. Nenne je eine geeignete Quelle der Sekundärforschung und eine Methode der Primärforschung und begründe kurz.

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