IK
WiSo · LF 1, LF 11 ca. 40 min kommt fast sicher

Wirtschaften, Markt und Preisbildung

In 30 Sekunden

Wirtschaften heißt: knappe Mittel möglichst sinnvoll einsetzen, um Bedürfnisse zu befriedigen. Auf dem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander. Im Polypol bildet sich dort, wo beide gleich groß sind, der Gleichgewichtspreis.

Danach kannst du:
  • Du unterscheidest Bedürfnis, Bedarf und Nachfrage sowie verschiedene Güterarten.
  • Du wendest das Maximal- und das Minimalprinzip an und kennst die Produktionsfaktoren.
  • Du bestimmst Marktformen und ermittelst den Gleichgewichtspreis aus einer Tabelle.
  • Du erklärst die Folgen staatlicher Höchst- und Mindestpreise.
  • Du beschreibst den Wirtschaftskreislauf und Formen der Arbeitsteilung.
Vom Wunsch zum Kauf
  1. 1
    Bedürfnis

    Gefühl eines Mangels mit dem Wunsch, ihn zu beseitigen: Mia möchte eine schöne Leseleuchte.

  2. 2
    Bedarf

    Bedürfnis, für das Kaufkraft vorhanden ist: Mia hat 150 € gespart.

  3. 3
    Nachfrage

    Bedarf, der am Markt geäußert wird: Mia bestellt die Tischleuchte „Nova“ im Onlineshop.

Wirtschaftliche Güter
  • Wirtschaftliche Güter
    • Sachgüter
      • Konsumgüterfür private Haushalte: Leuchte „Nova“ im Wohnzimmer
      • Produktionsgüter (Investitionsgüter)für Unternehmen: Stanzmaschine bei Lumen
    • DienstleistungenTransport durch eine Spedition, Steuerberatung
    • RechtePatente, Lizenzen, Markenrechte

Bedürfnisarten: Existenzbedürfnisse (Essen, Wohnen, Kleidung), Kulturbedürfnisse (Bücher, Kino, Urlaub) und Luxusbedürfnisse (Designerleuchte für 2.000 €). Was Luxus ist, hängt von Zeit und Gesellschaft ab.

Güter sind Mittel zur Bedürfnisbefriedigung. Freie Güter gibt es unbegrenzt und kostenlos (Luft, Sonnenlicht). Wirtschaftliche Güter sind knapp und haben einen Preis. Nur um sie geht es beim Wirtschaften.

Weitere Einteilungen, die in Prüfungen vorkommen:

  • Gebrauchsgüter (mehrfach nutzbar, z. B. Leuchte) und Verbrauchsgüter (einmal, z. B. Kaffee)
  • Komplementärgüter ergänzen sich (Leuchte und Leuchtmittel, Drucker und Toner)
  • Substitutionsgüter ersetzen sich (Butter und Margarine, Bahn und Fernbus)

Ökonomisches Prinzip: Weil Güter knapp sind, handeln Menschen und Unternehmen nach dem Wirtschaftlichkeitsprinzip.

Ökonomisches Prinzip
Maximalprinzip
  • •Mittel sind gegeben, der Erfolg soll maximal sein.
  • •Mit 10.000 € Werbebudget möglichst viele Neukunden gewinnen.
  • •Mia will mit 150 € die beste Leuchte kaufen.
Minimalprinzip
  • •Ziel ist gegeben, der Mitteleinsatz soll minimal sein.
  • •2.000 Leuchten „Luna“ mit möglichst geringen Kosten herstellen.
  • •Mia sucht die Leuchte „Nova“ beim günstigsten Händler.
VolkswirtschaftlichBetriebswirtschaftlich (Gutenberg)
Arbeit (menschliche Arbeitskraft)dispositive Arbeit (Leitung, Planung, Organisation) und ausführende Arbeit
Boden (Fläche, Rohstoffe, Standort)Betriebsmittel (Gebäude, Maschinen, Grundstücke)
Kapital (produzierte Produktionsmittel: Maschinen, Gebäude)Werkstoffe (Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe, Fremdbauteile)
oft ergänzt: Bildung/Wissen
Produktionsfaktoren
viele Nachfragerwenige Nachfragerein Nachfrager
viele AnbieterPolypol (vollständige Konkurrenz): Obstmarkt, FriseureNachfrageoligopol: Milchbauern und wenige MolkereienNachfragemonopol: Rüstungsgüter und der Staat
wenige AnbieterAngebotsoligopol: Mineralöl, Mobilfunkzweiseitiges Oligopolbeschränktes Nachfragemonopol
ein AnbieterAngebotsmonopol: Wasserversorgung vor Ort, Patentinhaberbeschränktes Angebotsmonopolzweiseitiges Monopol
Marktformen nach der Zahl der Anbieter und Nachfrager

Ein vollkommener Markt ist ein Modell mit vier Bedingungen:

  • homogene Güter (völlig gleichartig)
  • vollständige Markttransparenz (alle kennen alle Preise)
  • keine Präferenzen: keine persönlichen (Lieblingsverkäufer), sachlichen (Marke), räumlichen (Nähe) oder zeitlichen (Lieferzeit) Vorlieben
  • sofortige Reaktion auf Preisänderungen

In der Wirklichkeit ist kaum ein Markt vollkommen. Die Börse kommt dem Modell am nächsten.

Wettbewerbsrecht, kurz: Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) schützt den Wettbewerb. Das Bundeskartellamt in Bonn überwacht:

  • Kartellverbot (§ 1 GWB): Absprachen zwischen Konkurrenten über Preise, Gebiete oder Mengen sind verboten.
  • Missbrauchsaufsicht (§ 19 GWB): Marktbeherrschende Unternehmen dürfen ihre Macht nicht missbrauchen.
  • Fusionskontrolle: Große Zusammenschlüsse müssen angemeldet und können untersagt werden.
Preisbildung durch Angebot und NachfrageMengePreisAngebotNachfragep*x*GleichgewichtPreis zu hoch: Angebotsüberhang, Preis sinktPreis zu niedrig: Nachfrageüberhang, Preis steigt
Angebot, Nachfrage und Gleichgewichtspreis im Polypol
Merke
  • Nachfragekurve fällt: Je höher der Preis, desto weniger wird nachgefragt.
  • Angebotskurve steigt: Je höher der Preis, desto mehr wird angeboten.
  • Gleichgewichtspreis: Angebotsmenge = Nachfragemenge. Hier wird die größte Menge umgesetzt, der Markt wird geräumt.
  • Preis über dem Gleichgewicht → Angebotsüberhang → Preis sinkt.
  • Preis unter dem Gleichgewicht → Nachfrageüberhang → Preis steigt.
Beispiel: Gleichgewichtspreis für Tischleuchten auf einem Online-Marktplatz
PreisNachfrage (Stück)Angebot (Stück)Situation
40 €900300Nachfrageüberhang 600
50 €750450Nachfrageüberhang 300
60 €600600Gleichgewicht
70 €450750Angebotsüberhang 300
80 €300900Angebotsüberhang 600

Beim Gleichgewichtspreis von 60 € werden 600 Leuchten verkauft. Umsatz: 60 € × 600 = 36.000 €. Bei jedem anderen Preis wird weniger umgesetzt, weil immer die kleinere Menge zählt.

Staatliche Eingriffe in die Preisbildung
Höchstpreis (unter dem Gleichgewichtspreis)
  • •soll Verbraucher schützen (z. B. Mietpreisbremse)
  • •führt zu Nachfrageüberhang
  • •Folgen: Warteschlangen, Zuteilung, Schwarzmarkt
Mindestpreis (über dem Gleichgewichtspreis)
  • •soll Anbieter schützen (z. B. früher Agrarpreise, Mindestlohn als Mindestpreis für Arbeit)
  • •führt zu Angebotsüberhang
  • •Folgen: Überschüsse, Staat muss aufkaufen oder lagern
Prüfungsfalle

Ein Höchstpreis liegt unter dem Gleichgewichtspreis (sonst wirkt er gar nicht) und erzeugt einen Nachfrageüberhang. Viele verwechseln das, weil „hoch“ nach „zu viel Angebot“ klingt. Merke: Der Höchstpreis drückt den Preis nach unten, also wollen mehr kaufen, als angeboten wird.

Erweiterter WirtschaftskreislaufUnternehmenHaushalteStaatBankenKonsumausgaben (Geld)Einkommen: Lohn, Miete, Zins, GewinnGüter und DienstleistungenArbeit, Boden, KapitalSteuernSubventionenTransfersSteuern, AbgabenSparenKredite (Investitionen)durchgezogen = Geldstrom · gestrichelt = Güterstrom
Einfacher Wirtschaftskreislauf zwischen Haushalten und Unternehmen

Im einfachen Wirtschaftskreislauf gibt es nur private Haushalte und Unternehmen.

  • Güterstrom (real): Haushalte geben Produktionsfaktoren (vor allem Arbeit) an Unternehmen, Unternehmen geben Konsumgüter an Haushalte.
  • Geldstrom (monetär, entgegengesetzt): Unternehmen zahlen Einkommen (Lohn, Miete, Zinsen), Haushalte zahlen Konsumausgaben.

Im erweiterten Kreislauf kommen Staat (Steuern, Subventionen, Transferzahlungen), Banken (Ersparnisse und Kredite/Investitionen) und Ausland (Exporte, Importe) dazu.

Arbeitsteilung: beruflich (Berufsbildung, Spezialisierung), innerbetrieblich (Abteilungen, Arbeitszerlegung am Fließband), volkswirtschaftlich (Sektoren: primär = Urproduktion, sekundär = Industrie und Handwerk, tertiär = Dienstleistungen) und international (Lumen kauft LED-Chips aus Asien). Vorteile: Spezialisierung, höhere Produktivität. Nachteile: Monotonie, Abhängigkeit, Störanfälligkeit von Lieferketten.

Lieber schauen als lesen?

Kurze Erklärvideos zum Thema. Das Video lädt erst, wenn du auf Play tippst. Geprüft am 6.10.2026.

Marktformen & Marktarten - Monopol, Oligopol und Polypol einfach erklärt
Die Merkhilfe Wirtschaft · auf YouTube öffnen

Fachbegriffe auf Englisch

In der Prüfung können englische Fachbegriffe vorkommen.

Angebotsupply
Nachfragedemand
Gleichgewichtspreisequilibrium price
Marktformmarket structure
Bedürfnisneed / want
Produktionsfaktorenfactors of production
Kartellcartel

Jetzt du

Starte mit den leichten Aufgaben. Falsche Antworten landen automatisch in deiner Wiederholungsliste.

0 von 12 gelöst
Aufgabe 1ReihenfolgeEinstieg

Bring die Begriffe in die richtige Reihenfolge vom Wunsch bis zum Kauf.

Mit den Pfeilen in die richtige Reihenfolge bringen.

  1. 1.Bedarf
  2. 2.Nachfrage
  3. 3.Bedürfnis
Aufgabe 2ZuordnenEinstieg

Ordne das Beispiel der Güterart zu.

Stanzmaschine in der Fertigung von Lumen
Tageslicht im Büro
Patent auf eine neue Dimmtechnik
Leuchte und passendes Leuchtmittel
Leuchte „Aurora“ im Wohnzimmer eines Kunden
Aufgabe 3AuswahlEinstieg

Lumen Leuchten möchte mit einem festen Messebudget von 25.000 € möglichst viele Kontakte zu Architekturbüros gewinnen. Nach welchem Prinzip handelt Lumen?

Aufgabe 4ZuordnenPrüfungsniveau

Ordne die Marktsituation der Marktform zu.

Wenige große Mobilfunkanbieter, Millionen Kunden
Viele Bäckereien in Kassel, viele Kunden
Viele Zulieferer, ein einziger Autokonzern als Abnehmer eines Spezialteils
Ein Pharmaunternehmen mit Patent auf ein Medikament, viele Patienten
Aufgabe 5RechnenPrüfungsniveau
Situation

Auf einem Online-Marktplatz für Tischleuchten gilt:

PreisNachfrageAngebot
40 €900300
50 €750450
60 €600600
70 €450750
80 €300900

Wie hoch ist der Umsatz aller Anbieter beim Gleichgewichtspreis?

€
Aufgabe 6RechnenPrüfungsniveau
Situation

Gleiche Tabelle wie vorher (Gleichgewichtspreis 60 €). Der Staat legt einen Höchstpreis von 50 € fest.

Wie groß ist der Nachfrageüberhang in Stück?

Stück
Aufgabe 7Richtig/FalschPrüfungsniveau

Preisbildung im Polypol: Stimmt das?

Beim Gleichgewichtspreis wird die größtmögliche Menge umgesetzt.
Liegt der Preis über dem Gleichgewichtspreis, entsteht ein Nachfrageüberhang.
Ein staatlicher Mindestpreis muss über dem Gleichgewichtspreis liegen, um zu wirken.
Steigen die Einkommen der Haushalte, verschiebt sich die Nachfragekurve bei normalen Gütern nach rechts und der Gleichgewichtspreis steigt.
Sinken die Rohstoffkosten der Hersteller, verschiebt sich die Angebotskurve nach links.
Aufgabe 8AuswahlPrüfungsniveau

Welche zwei Bedingungen gehören zum vollkommenen Markt?

Mehrere Antworten sind richtig (2).

Aufgabe 9ZuordnenPrüfungsniveau

Ordne den Strom im einfachen Wirtschaftskreislauf richtig zu.

Mia arbeitet bei Lumen Leuchten.
Mia kauft im Supermarkt ein.
Lumen zahlt Mia ihre Ausbildungsvergütung.
Der Supermarkt übergibt Mia die Lebensmittel.
Aufgabe 10AuswahlKnifflig
Situation

Die drei größten Hersteller von LED-Modulen in Deutschland treffen sich auf einer Messe und vereinbaren, ihre Preise für Leuchtenhersteller wie Lumen gemeinsam um 12 % zu erhöhen.

Wie ist das rechtlich und wirtschaftlich zu beurteilen?

Aufgabe 11ZuordnenEinstieg

Ordne den Produktionsfaktor der Betriebswirtschaftslehre zu.

Ein Mitarbeiter montiert Stehleuchten.
Die Lackieranlage in der Fertigung
Die Geschäftsführerin plant die Einführung der Leuchte „Luna“.
Aluminiumrohre und LED-Module
Aufgabe 12Freie AntwortKnifflig

Der Staat führt für ein Grundnahrungsmittel einen Höchstpreis ein, der unter dem Gleichgewichtspreis liegt. Beschreibe die Folgen für den Markt und nenne zwei Maßnahmen, mit denen der Staat diese Folgen abmildern könnte.

Karteikarten

1 / 8 · tippen zum Umdrehen

Mit Wiederholungsplan lernen: Karteikarten-Trainer

Deine Notizen

Gespeichert auf diesem Gerät

Hängt zusammen mit