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Grundlagen der KLR und Abgrenzungsrechnung

In 30 Sekunden

Die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) zeigt, was die eigentliche Arbeit des Betriebs kostet und bringt. Dafür trennst du alles Neutrale (betriebsfremd, periodenfremd, außerordentlich) aus der Finanzbuchhaltung ab und ersetzt manche Aufwendungen durch kalkulatorische Kosten. Am Ende gilt: Gesamtergebnis = neutrales Ergebnis + Betriebsergebnis.

Danach kannst du:
  • Aufgaben der KLR nennen und sie von der Finanzbuchhaltung abgrenzen
  • Auszahlung, Ausgabe, Aufwand, Kosten (und die Gegenbegriffe) sicher unterscheiden
  • neutrale Aufwendungen und Erträge erkennen und einordnen
  • Grundkosten, Anderskosten und Zusatzkosten unterscheiden und kalkulatorische Kosten berechnen
  • eine Ergebnistabelle aufstellen und Betriebsergebnis und neutrales Ergebnis ermitteln

Die Finanzbuchhaltung sagt dir, ob die Lumen Leuchten GmbH im Jahr Gewinn gemacht hat. Sie sagt dir aber nicht, ob die Leuchten selbst Geld verdienen. Im Gewinn stecken nämlich auch Dinge wie eine Spende oder Mieteinnahmen aus einer vermieteten Halle.

Die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) schaut nur auf den eigentlichen Betriebszweck: Leuchten herstellen und verkaufen. Ihre Aufgaben:

  • Kalkulation: Was kostet eine Aurora, zu welchem Preis kann sie verkauft werden?
  • Wirtschaftlichkeitskontrolle: Wo entstehen zu hohe Kosten (Kostenstellen, Plan/Ist-Vergleich)?
  • Entscheidungsgrundlage: Zusatzauftrag annehmen? Selbst fertigen oder zukaufen? Preisuntergrenze?
  • Bewertung von unfertigen und fertigen Erzeugnissen für die Bilanz (Herstellungskosten).
Zwei Rechnungskreise
Finanzbuchhaltung (Rechnungskreis I)
  • •extern: für Finanzamt, Banken, Gesellschafter
  • •gesetzlich vorgeschrieben (HGB, AO)
  • •erfasst Aufwendungen und Erträge
  • •Ergebnis: Gesamtergebnis (Jahresüberschuss) laut GuV
  • •Zeitraum: Geschäftsjahr
KLR (Rechnungskreis II)
  • •intern: für Geschäftsleitung und Controlling
  • •freiwillig, keine gesetzlichen Vorgaben
  • •erfasst Kosten und Leistungen
  • •Ergebnis: Betriebsergebnis
  • •Zeitraum: meist Monat oder Quartal
StufeMinus-SeitePlus-SeiteWas verändert sich?
1AuszahlungEinzahlungZahlungsmittel (Kasse, Bank)
2AusgabeEinnahmeGeldvermögen (Zahlungsmittel + Forderungen − Verbindlichkeiten)
3AufwandErtragReinvermögen, Erfolg laut GuV (Finanzbuchhaltung)
4KostenLeistungbetriebsbedingter, bewerteter Verbrauch bzw. Ergebnis der Leistungserstellung
Die vier Begriffspaare von außen nach innen
Beispiel: Ein Einkauf, vier Begriffe

Lumen kauft am 10. März Aluminiumprofile für 20.000 € auf Ziel.

    1. März: Die Verbindlichkeit entsteht. Das ist eine Ausgabe, aber noch keine Auszahlung.
    1. April: Lumen überweist. Jetzt ist es eine Auszahlung, aber keine neue Ausgabe mehr.
  • Mai: Die Profile werden für die Aurora verbraucht. Das ist Aufwand und, weil es dem Betriebszweck dient, zugleich Kosten (Grundkosten).

Umgekehrt ist die Tilgung eines Darlehens eine Auszahlung, aber kein Aufwand: Das Vermögen sinkt nicht, nur die Schulden.

Eselsbrücke

Merke dir die Reihenfolge wie Zwiebelschalen von außen nach innen: Kasse (Auszahlung) → Geldvermögen (Ausgabe) → Gewinn laut GuV (Aufwand) → Betrieb (Kosten). Je weiter innen, desto enger der Begriff.

Aufwand und Kosten: wie hängen sie zusammen?
  • Aufwendungen (FiBu) und Kosten (KLR)
    • Neutrale Aufwendungen (keine Kosten)
      • betriebsfremdSpende, Verluste aus Wertpapieren
      • periodenfremdSteuernachzahlung für das Vorjahr
      • außerordentlichnicht versicherter Brandschaden, Verlust aus Anlagenabgang
    • Zweckaufwand = GrundkostenAufwand und Kosten in gleicher Höhe, z. B. Rohstoffverbrauch, Löhne
    • Kalkulatorische Kosten
      • AnderskostenAufwand vorhanden, aber in anderer Höhe: kalk. Abschreibungen, kalk. Zinsen, kalk. Wagnisse
      • Zusatzkostenkein Aufwand vorhanden: kalk. Unternehmerlohn, kalk. Miete
KostenartWarum?Berechnung (typisch)
kalk. AbschreibungenSubstanzerhaltung: die Maschine soll später zum höheren Preis ersetzt werden könnenWiederbeschaffungswert ÷ tatsächliche Nutzungsdauer
kalk. Zinsenauch das Eigenkapital könnte woanders Zinsen bringenbetriebsnotwendiges Kapital × kalk. Zinssatz
kalk. Unternehmerlohnder Inhaber einer Einzelunternehmung oder OHG arbeitet mit, bekommt aber kein GehaltGehalt eines vergleichbaren angestellten Geschäftsführers
kalk. Mieteder Inhaber stellt privat eigene Räume zur Verfügungortsübliche Miete
kalk. WagnisseEinzelrisiken (Ausschuss, Forderungsausfall) gleichmäßig verteilen statt zufälligDurchschnitt der Wagnisverluste vergangener Jahre
Kalkulatorische Kosten im Überblick
Prüfungsfalle

Kalkulatorischer Unternehmerlohn bei der GmbH? Nein. Die Geschäftsführerin der Lumen Leuchten GmbH bekommt ein Gehalt, das schon als Aufwand gebucht ist (Grundkosten). Unternehmerlohn und kalkulatorische Miete gibt es nur bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften, deren Inhaber kein Gehalt beziehen.

Zweite Falle: Kalkulatorische Abschreibungen werden vom Wiederbeschaffungswert gerechnet, bilanzielle vom Anschaffungswert.

Betriebsnotwendiges Kapital und kalkulatorische Zinsen
kalk. Zinsen = (betriebsnotwendiges Vermögen − Abzugskapital) × kalk. Zinssatz

Abzugskapital ist Kapital, das dem Betrieb zinslos zur Verfügung steht, z. B. Kundenanzahlungen oder Lieferantenverbindlichkeiten. Nicht betriebsnotwendiges Vermögen (vermietete Halle, Wertpapiere) zählt nicht mit.

KontoFiBu AufwandFiBu Ertragneutr. Aufwandneutr. Ertragverrechn. Aufwandverrechn. KostenKostenLeistungen
Umsatzerlöse950.000950.000
Mieterträge (Halle vermietet)6.0006.000
Zinserträge2.0002.000
Erträge aus Anlagenabgang4.0004.000
Aufwendungen für Rohstoffe420.000420.000
Löhne und Gehälter310.000310.000
Abschreibungen60.00060.00075.00075.000
Zinsaufwendungen8.0008.00015.00015.000
Verluste aus Anlagenabgang12.00012.000
Spende Sportverein3.0003.000
Steuernachzahlung Vorjahr5.0005.000
Summen818.000962.00020.00012.00068.00090.000820.000950.000
Ergebnis+144.000−8.000+22.000+130.000
Ergebnistabelle der Lumen Leuchten GmbH für März (in €)
Ergebnisse der Ergebnistabelle
Ergebnis unternehmensbezogene Abgrenzung (12.000 − 20.000)−8.000 €
+Ergebnis kostenrechnerische Korrekturen (90.000 − 68.000)+22.000 €
=Neutrales Ergebnis+14.000 €
+Betriebsergebnis (950.000 − 820.000)+130.000 €
=Gesamtergebnis laut FiBu (962.000 − 818.000)+144.000 €
Merke
  • Gesamtergebnis = neutrales Ergebnis + Betriebsergebnis
  • Betriebsergebnis = Leistungen − Kosten
  • Bei den kostenrechnerischen Korrekturen steht der Aufwand laut FiBu links, die kalkulatorischen Kosten rechts. Sind die kalkulatorischen Kosten höher, wird das Betriebsergebnis kleiner und das neutrale Ergebnis um denselben Betrag größer.

Lieber schauen als lesen?

Kurze Erklärvideos zum Thema. Das Video lädt erst, wenn du auf Play tippst. Geprüft am 6.10.2026.

Ergebnistabelle Abgrenzungsrechnung KLR Kostenartenrechnung - am Beispiel einfach erklärt
BRC einfach erklärt · auf YouTube öffnen

Fachbegriffe auf Englisch

In der Prüfung können englische Fachbegriffe vorkommen.

Kosten- und Leistungsrechnungcost accounting
Kostencosts
Aufwandexpense
Ertragincome / revenue
Betriebsergebnisoperating result
kalkulatorische Kostenimputed costs
Abschreibungdepreciation

Jetzt du

Starte mit den leichten Aufgaben. Falsche Antworten landen automatisch in deiner Wiederholungsliste.

0 von 11 gelöst
Aufgabe 1AuswahlEinstieg

Welcher Vorgang ist eine Auszahlung, aber kein Aufwand?

Aufgabe 2ZuordnenEinstieg

Ordne jeden Vorgang der richtigen Kategorie zu.

Verbrauch von Aluminiumprofilen für die Aurora
Unternehmerlohn des Inhabers einer Einzelunternehmung
Abschreibung vom Wiederbeschaffungswert
Gewerbesteuernachzahlung für das Vorjahr
Spende an den Kasseler Sportverein
Nicht versicherter Brandschaden im Lager
Aufgabe 3Richtig/FalschPrüfungsniveau

Stimmen diese Aussagen?

Die KLR ist nach HGB für Kapitalgesellschaften vorgeschrieben.
Ein Zielkauf von Rohstoffen ist eine Ausgabe, aber noch keine Auszahlung.
Mieterträge aus einer vermieteten, nicht benötigten Lagerhalle sind Leistungen.
Liegen die kalkulatorischen Abschreibungen über den bilanziellen, ist das Betriebsergebnis niedriger als ohne diese Korrektur.
Aufgabe 4RechnenEinstieg

Das Gesamtergebnis laut GuV beträgt 85.000 €, das neutrale Ergebnis −15.000 €. Wie hoch ist das Betriebsergebnis?

€
Aufgabe 5RechnenPrüfungsniveau
Situation

Die Lumen Leuchten GmbH hat ein betriebsnotwendiges Vermögen von 3.000.000 €. Kundenanzahlungen und Lieferantenverbindlichkeiten (Abzugskapital) betragen 200.000 €. Der kalkulatorische Zinssatz liegt bei 5 %.

Berechne die kalkulatorischen Zinsen pro Jahr.

€
Aufgabe 6RechnenPrüfungsniveau
Situation

Eine Biegemaschine wurde für 240.000 € angeschafft. In der Bilanz wird sie linear über 10 Jahre abgeschrieben. Eine gleichwertige Maschine kostet heute 300.000 € (Wiederbeschaffungswert). Die tatsächliche Nutzungsdauer beträgt ebenfalls 10 Jahre.

Um wie viel Euro pro Jahr fällt das Betriebsergebnis niedriger aus, wenn kalkulatorisch statt bilanziell abgeschrieben wird?

€
Aufgabe 7LückentextEinstieg
Kosten sind der Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen zur Erstellung der Leistung. Aufwendungen, die nichts mit dem Betriebszweck zu tun haben, heißen . Kalkulatorische Kosten, denen gar kein Aufwand gegenübersteht, heißen .
Aufgabe 8RechnenKnifflig
Situation

Aus der Finanzbuchhaltung der Lumen Leuchten GmbH für das 1. Quartal:

Posten€
Umsatzerlöse1.240.000
Mehrbestand an fertigen Erzeugnissen20.000
Mieterträge9.000
Zinserträge3.000
Aufwendungen für Rohstoffe520.000
Löhne und Gehälter410.000
Abschreibungen auf Sachanlagen80.000
Zinsaufwendungen12.000
Spende an eine Schule4.000
Gewerbesteuernachzahlung Vorjahr6.000

Die KLR rechnet mit kalkulatorischen Abschreibungen von 95.000 € und kalkulatorischen Zinsen von 22.000 €.

Ermittle das Betriebsergebnis des Quartals.

€
Aufgabe 9RechnenKnifflig
Situation

Gleiche Daten wie in der vorigen Aufgabe (Lumen Leuchten GmbH, 1. Quartal).

Ermittle das neutrale Ergebnis (unternehmensbezogene Abgrenzung + kostenrechnerische Korrekturen).

€
Aufgabe 10AuswahlPrüfungsniveau

Welche Positionen sind Zusatzkosten? (Mehrfachauswahl)

Mehrere Antworten sind richtig (2).

Aufgabe 11Freie AntwortKnifflig
Situation

Der neue Auszubildende fragt: „Warum rechnet ihr in der KLR mit erfundenen Abschreibungen und Zinsen? Die echten Zahlen stehen doch in der Buchhaltung.“

Erkläre ihm in drei bis fünf Sätzen, warum kalkulatorische Kosten sinnvoll sind.

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