IK
KLR · LF 8 ca. 35 min kommt fast sicher

Kostenarten und Kostenverläufe

In 30 Sekunden

Kosten lassen sich auf zwei Arten sortieren: nach der Zurechenbarkeit (Einzelkosten oder Gemeinkosten) und nach dem Verhalten bei Mengenänderung (fixe oder variable Kosten). Es gilt K = Kf + kv · x. Je mehr du produzierst, desto weniger Fixkosten trägt jedes Stück (Fixkostendegression).

Danach kannst du:
  • Einzel- und Gemeinkosten unterscheiden und Beispiele nennen
  • fixe, variable und sprungfixe Kosten erkennen und ihren Verlauf beschreiben
  • Gesamtkosten und Stückkosten für eine Menge berechnen
  • mit dem Differenzen-Quotienten-Verfahren Kosten in fixe und variable Bestandteile auflösen
  • den Beschäftigungsgrad berechnen und deuten

Erste Frage an jede Kostenart: Kann ich genau sagen, für welches Stück sie angefallen ist?

  • Einzelkosten lassen sich einem Produkt direkt zurechnen. Für jede Aurora braucht Lumen ein Aluminiumprofil, einen Glasschirm und 1,5 Stunden Montage. Das sind Fertigungsmaterial und Fertigungslöhne.
  • Gemeinkosten fallen für mehrere Produkte gemeinsam an. Das Gehalt des Fertigungsmeisters oder die Miete der Halle kannst du keiner einzelnen Leuchte zuordnen. Sie werden über Schlüssel verteilt (siehe Lektion BAB).
Zurechenbarkeit
Einzelkosten
  • •direkt pro Stück oder Auftrag erfassbar (Stückliste, Lohnschein)
  • •Fertigungsmaterial, Fertigungslöhne
  • •Sondereinzelkosten: Modelle, Spezialverpackung, Fracht für einen Auftrag
Gemeinkosten
  • •nur indirekt über Zuschläge oder Schlüssel verrechenbar
  • •Gehälter, Miete, Energie, Abschreibungen, Versicherungen
  • •Hilfs- und Betriebsstoffe (Schrauben, Kleber, Schmierstoff)

Zweite Frage: Was passiert mit der Kostenart, wenn mehr produziert wird? Die Ausbringungsmenge heißt in der KLR auch Beschäftigung.

  • Fixe Kosten (Kf) bleiben in einem Zeitraum gleich, egal ob 1.000 oder 3.000 Leuchten gebaut werden: Miete, Gehälter, Versicherungen, zeitabhängige Abschreibungen.
  • Variable Kosten (Kv) steigen mit jeder zusätzlichen Leuchte: Material, Akkordlöhne, Verpackung. Pro Stück sind sie meist gleich hoch, das sind die variablen Stückkosten (kv).
Kostenverläufe: Gesamtkosten und StückkostenGesamtkostenMenge€Kf (fix)Kv (variabel)K = Kf + KvFixkosten bleiben gleich, variable steigenStückkostenMenge€/Stückkf sinkt (Fixkostendegression)kv bleibt gleichk = kf + kvJe mehr Stück, desto billiger das einzelne
Fixe Kosten verlaufen waagerecht, variable Kosten steigen linear. Die Gesamtkosten beginnen in Höhe der Fixkosten.
Gesamtkosten und Stückkosten
K = Kf + kv · x
k = K ÷ x = Kf ÷ x + kv

K Gesamtkosten, Kf fixe Gesamtkosten, kv variable Stückkosten, x Menge, k Stückkosten (Selbstkosten je Stück)

Menge xKfKvKkf = Kf ÷ xkvk = K ÷ x
500120.00040.000160.000240,0080,00320,00
1.000120.00080.000200.000120,0080,00200,00
1.500120.000120.000240.00080,0080,00160,00
2.000120.000160.000280.00060,0080,00140,00
3.000120.000240.000360.00040,0080,00120,00
Stehleuchte Aurora: Kf = 120.000 € pro Monat, kv = 80 €, Kapazität 3.000 Stück
Merke

Fixkostendegression: Steigt die Menge, verteilen sich die gleichen Fixkosten auf mehr Stück. Die fixen Stückkosten sinken, damit sinken die Stückkosten insgesamt. Darum will jeder Betrieb seine Kapazität möglichst gut auslasten.

gesamtpro Stück
fixe Kostenkonstantsinken
variable Kostensteigenkonstant
Prüfungsfalle

Verwechsle nicht gesamt und pro Stück. In der Prüfung heißt es oft: „Wie verhalten sich die fixen Kosten bei steigender Menge?“ Gesamt bleiben sie gleich, pro Stück sinken sie. Bei variablen Kosten ist es genau umgekehrt.

Und: Die Gesamtkosten steigen bei linearem Verlauf zwar gleichmäßig, aber nicht proportional zur Menge. Bei doppelter Menge verdoppeln sich nur die variablen Kosten, nicht die Fixkosten.

Beispiel: Sprungfixe Kosten bei der Luna

Bis 2.000 Pendelleuchten pro Monat schafft Lumen alles in einer Schicht. Fixkosten: 50.000 €. Für mehr braucht es eine zweite Schicht mit Schichtleiter und Zuschlägen: +18.000 € fix.

Die Fixkosten bleiben also in Intervallen gleich und springen dann auf ein höheres Niveau. Das sind sprungfixe Kosten (auch intervallfixe Kosten). Direkt nach dem Sprung steigen die Stückkosten sogar kurz an.

› Vertiefung: Kostenremanenz und Mischkosten

Kostenremanenz (von lat. remanere, zurückbleiben): Sinkt die Beschäftigung, gehen die Kosten langsamer zurück, als sie beim Anstieg gestiegen sind. Gründe: Kündigungsfristen, laufende Miet- und Leasingverträge, man hofft auf neue Aufträge und hält Personal.

Mischkosten haben einen fixen und einen variablen Teil, z. B. Strom (Grundgebühr plus Verbrauch) oder Telefon. Für die Rechnung werden sie in Kf und kv aufgelöst.

Kostenauflösung (Differenzen-Quotienten-Verfahren)
kv = (K₂ − K₁) ÷ (x₂ − x₁)
Kf = K₁ − kv · x₁

Du brauchst zwei Monate mit unterschiedlicher Menge. Der Kostenunterschied kann nur von den variablen Kosten kommen.

Beispiel: Kosten der Aurora auflösen

März: 2.000 Stück, Gesamtkosten 280.000 €. April: 2.600 Stück, Gesamtkosten 328.000 €.

  • kv = (328.000 − 280.000) ÷ (2.600 − 2.000) = 48.000 ÷ 600 = 80 €
  • Kf = 280.000 − 80 · 2.000 = 120.000 €
  • Probe April: 120.000 + 80 · 2.600 = 328.000 €
Beschäftigungsgrad
Beschäftigungsgrad = Istbeschäftigung ÷ Kapazität · 100

Beispiel: 2.400 Aurora bei einer Kapazität von 3.000 Stück ergeben 80 %. 20 % der Kapazität bleiben ungenutzt. Der Teil der Fixkosten, der auf diese ungenutzte Kapazität entfällt, heißt Leerkosten: 120.000 € · 20 % = 24.000 €. Die übrigen 96.000 € sind Nutzkosten.

Lieber schauen als lesen?

Kurze Erklärvideos zum Thema. Das Video lädt erst, wenn du auf Play tippst. Geprüft am 6.10.2026.

Fixe, variable Kosten & Gesamtkosten einfach erklärt | Berechnen & Zeichnen am Beispiel
Berufskolleg Hückeswagen · auf YouTube öffnen

Fachbegriffe auf Englisch

In der Prüfung können englische Fachbegriffe vorkommen.

Einzelkostendirect costs
Gemeinkostenoverhead costs / indirect costs
fixe Kostenfixed costs
variable Kostenvariable costs
Stückkostenunit costs
Beschäftigungsgradcapacity utilisation

Jetzt du

Starte mit den leichten Aufgaben. Falsche Antworten landen automatisch in deiner Wiederholungsliste.

0 von 11 gelöst
Aufgabe 1ZuordnenEinstieg

Ordne die Begriffe den Erklärungen zu.

Kostenremanenz
sprungfixe Kosten
Einzelkosten
variable Kosten
Gemeinkosten
fixe Kosten
Aufgabe 2AuswahlEinstieg

Welche Kosten sind bei Lumen Einzelkosten? (Mehrfachauswahl)

Mehrere Antworten sind richtig (3).

Aufgabe 3RechnenEinstieg
Situation

Für die Tischleuchte Nova fallen monatlich 64.000 € fixe Kosten an. Die variablen Stückkosten betragen 22 €.

Wie hoch sind die Gesamtkosten bei 5.000 Stück?

€
Aufgabe 4RechnenPrüfungsniveau
Situation

Nova: Kf = 64.000 € pro Monat, kv = 22 €, Menge 5.000 Stück.

Berechne die Stückkosten (Selbstkosten je Stück).

€
Aufgabe 5RechnenPrüfungsniveau
Situation

Für die Nova liegen zwei Monatswerte vor:

MonatMengeGesamtkosten
Mai4.000 Stück152.000 €
Juni5.500 Stück185.000 €

Ermittle die variablen Stückkosten mit dem Differenzen-Quotienten-Verfahren.

€
Aufgabe 6RechnenPrüfungsniveau
Situation

Gleiche Werte wie oben: Mai 4.000 Stück / 152.000 €, Juni 5.500 Stück / 185.000 €, kv = 22 €.

Wie hoch sind die fixen Kosten pro Monat?

€
Aufgabe 7RechnenKnifflig
Situation

Die Controllerin der Lumen Leuchten GmbH plant den Juli. Für die Nova kennst du aus Mai und Juni: 4.000 Stück kosteten 152.000 €, 5.500 Stück kosteten 185.000 €. Im Juli sollen 6.000 Stück produziert werden. Die Kapazität (6.400 Stück) reicht, die Kostenstruktur bleibt gleich.

Mit welchen Gesamtkosten muss sie im Juli rechnen?

€
Aufgabe 8RechnenEinstieg

Die Nova-Fertigung hat eine Kapazität von 6.400 Stück im Monat. Im August werden 5.440 Stück produziert. Wie hoch ist der Beschäftigungsgrad?

%
Aufgabe 9Richtig/FalschPrüfungsniveau

Linearer Kostenverlauf: Was passiert, wenn die Menge steigt?

Die fixen Stückkosten sinken.
Die variablen Stückkosten steigen.
Die Gesamtkosten steigen proportional zur Menge.
Die Stückkosten nähern sich mit steigender Menge den variablen Stückkosten an.
Aufgabe 10RechnenKnifflig
Situation

Bei der Pendelleuchte Luna betragen die Fixkosten bis 2.000 Stück pro Monat 50.000 €. Ab dem 2.001. Stück ist eine zweite Schicht nötig, die Fixkosten steigen um 18.000 €. Die variablen Stückkosten betragen konstant 60 €. Bei 2.000 Stück liegen die Stückkosten bei 85,00 €.

Berechne die Stückkosten bei 2.200 Stück. Runde auf zwei Nachkommastellen.

€
Aufgabe 11Freie AntwortKnifflig
Situation

Der Vertriebsleiter möchte die Produktion der Aurora von 1.500 auf 3.000 Stück verdoppeln, weil „dann jede Leuchte viel billiger wird“.

Erkläre mit Zahlen aus der Lektion (Kf = 120.000 €, kv = 80 €), warum die Stückkosten sinken, und nenne ein Risiko dieser Strategie.

Karteikarten

1 / 8 · tippen zum Umdrehen

Mit Wiederholungsplan lernen: Karteikarten-Trainer

Deine Notizen

Gespeichert auf diesem Gerät

Hängt zusammen mit