IK
WiSo · LF 1, LF 11, LF 12 ca. 35 min kommt öfter

Nachhaltigkeit, Globalisierung und Digitalisierung

In 30 Sekunden

Nachhaltig wirtschaften heißt, heute so zu handeln, dass auch künftige Generationen gut leben können: ökologisch, ökonomisch und sozial. Gesetze wie das Lieferkettengesetz und die CO₂-Bepreisung setzen Regeln dafür. Globalisierung, EU-Binnenmarkt und Digitalisierung verändern, wo und wie Unternehmen wie Lumen Leuchten einkaufen, produzieren und verkaufen.

Danach kannst du:
  • Du erklärst die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit und ordnest Maßnahmen zu.
  • Du beschreibst Ziel, Anwendungsbereich und Pflichten des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes.
  • Du unterscheidest CSR, Kreislaufwirtschaft und CO₂-Bepreisung.
  • Du nennst Vor- und Nachteile der Globalisierung und die vier Freiheiten des EU-Binnenmarktes.
  • Du beschreibst Merkmale von Industrie 4.0.

Nachhaltigkeit bedeutet: Bedürfnisse der heutigen Generation befriedigen, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden (so definiert im Brundtland-Bericht der UN, 1987). Das Wort kommt aus der Forstwirtschaft: Nur so viel Holz schlagen, wie nachwächst.

Drei Dimensionen der Nachhaltigkeit
  • Nachhaltigkeit
    • ökologischUmwelt und Ressourcen schonen: LED statt Halogen, Ökostrom, recyceltes Aluminium
    • ökonomischdauerhaft wirtschaftlich erfolgreich sein: langlebige Produkte, solide Finanzierung, Arbeitsplätze sichern
    • sozialfair mit Menschen umgehen: gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne, auch bei Lieferanten
Beispiel: Nachhaltigkeit bei Lumen Leuchten
  • ökologisch: Die Pendelleuchte „Luna“ hat austauschbare LED-Module. Kunden müssen nicht die ganze Leuchte wegwerfen.
  • ökonomisch: Ein Reparatur- und Ersatzteilservice bringt zusätzlichen Umsatz und bindet Kunden.
  • sozial: Lumen prüft, ob der Lieferant der Glasschirme seine Beschäftigten fair bezahlt, und bietet allen Mitarbeitenden Weiterbildung an.

Corporate Social Responsibility (CSR) heißt „gesellschaftliche Unternehmensverantwortung“: Unternehmen übernehmen freiwillig und über das Gesetz hinaus Verantwortung für Umwelt, Mitarbeitende und Gesellschaft. Beispiele: Spenden an den Sportverein, Jobrad, Betriebskita, eigene Solaranlage. Gesetzlich zur Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet sind nur große Unternehmen: in Deutschland bisher kapitalmarktorientierte Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten. Die EU-Richtlinie CSRD sollte das stark ausweiten; mit dem Omnibus-Paket (2025/2026) hat die EU sie auf Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. € Umsatz begrenzt und die Fristen verschoben.

FrageAntwort
ZielSchutz der Menschenrechte und bestimmter Umweltbelange in globalen Lieferketten, z. B. Verbot von Kinderarbeit und Zwangsarbeit, Arbeitsschutz, faire Löhne
Wer?Unternehmen mit Sitz oder Niederlassung in Deutschland und mindestens 1.000 Beschäftigten im Inland (seit 2024; 2023 ab 3.000)
Pflichten (Auswahl)Risikomanagement einrichten, Risikoanalyse, Grundsatzerklärung, Präventionsmaßnahmen, Abhilfemaßnahmen bei Verstößen, Beschwerdeverfahren, Dokumentation
Reichweitevor allem eigener Geschäftsbereich und unmittelbare Zulieferer; mittelbare Zulieferer, wenn konkrete Hinweise auf Verstöße vorliegen
KontrolleBundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
Änderungen seit 2025Das BAFA prüft seit Herbst 2025 keine jährlichen Berichte mehr und verfolgt nur noch schwere Verstöße. Ein Gesetz zur Abschaffung der Berichtspflicht und zur Begrenzung der Bußgelder ist auf den Weg gebracht. Die Sorgfaltspflichten selbst gelten weiter. Langfristig soll die EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) das LkSG ablösen.
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG), Stand 2026
Prüfungsfalle

Lumen Leuchten mit ca. 120 Mitarbeitenden fällt nicht selbst unter das LkSG. Trotzdem ist es betroffen: Große Kunden (z. B. eine Möbelhauskette mit mehr als 1.000 Beschäftigten) müssen ihre unmittelbaren Zulieferer prüfen. Sie verlangen deshalb von Lumen Verhaltenskodizes, Fragebögen und Nachweise. Die Pflichten werden in der Lieferkette weitergereicht.

Und: Die Stand-Angaben zum LkSG ändern sich gerade. In der Prüfung gilt, was in der Aufgabe steht.

Abfallhierarchie im Kreislaufwirtschaftsgesetz (§ 6 KrWG)
  1. 1
    Vermeidung

    gar nicht erst entstehen lassen: Mehrwegverpackung für Leuchten

  2. 2
    Vorbereitung zur Wiederverwendung

    prüfen, reinigen, reparieren: aufbereitete Leuchte

  3. 3
    Recycling

    stofflich verwerten: Aluminiumgehäuse einschmelzen

  4. 4
    sonstige Verwertung

    insbesondere energetisch: Verbrennung zur Energiegewinnung

  5. 5
    Beseitigung

    Deponie, nur als letzte Möglichkeit

Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) heißt: Produkte und Rohstoffe möglichst lange im Kreislauf halten, statt „herstellen, nutzen, wegwerfen“ (lineare Wirtschaft). Leuchten sind Elektrogeräte: Hersteller müssen sie nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz registrieren und die Rücknahme mitfinanzieren.

CO₂-Bepreisung: Wer CO₂ ausstößt, soll dafür zahlen. So werden klimaschädliche Produkte teurer und Alternativen lohnender.

  • EU-Emissionshandel (EU-ETS): für Energiewirtschaft und energieintensive Industrie. Unternehmen brauchen für jede Tonne CO₂ ein Zertifikat; die Menge ist begrenzt, der Preis bildet sich am Markt.
  • Nationaler Emissionshandel (BEHG): für Heizen und Verkehr (Erdgas, Heizöl, Benzin, Diesel). 2026 gilt ein Preiskorridor von 55 bis 65 € je Tonne. Verbraucher und Unternehmen wie Lumen zahlen das über höhere Energiepreise.
Globalisierung
Vorteile
  • •größere Absatzmärkte, Exportchancen
  • •günstigere Beschaffung (Lumen kauft LED-Chips in Asien)
  • •mehr Wettbewerb, größere Auswahl für Verbraucher
  • •Wissens- und Technologietransfer
  • •internationale Arbeitsteilung steigert Wohlstand
Nachteile
  • •Abhängigkeit von Lieferketten (Lieferengpässe, z. B. in der Corona-Pandemie)
  • •Druck auf Löhne und Standorte, Produktionsverlagerung
  • •Umweltbelastung durch Transporte
  • •teils schlechte Arbeitsbedingungen in Zulieferländern
  • •Krisen breiten sich schnell weltweit aus
Merke

EU-Binnenmarkt (seit 1993): ein gemeinsamer Markt ohne Binnengrenzen mit vier Grundfreiheiten:

  • freier Warenverkehr: keine Zölle zwischen EU-Staaten (Lumen liefert zollfrei nach Frankreich)
  • Personenfreizügigkeit: Arbeitnehmerfreizügigkeit und Niederlassungsfreiheit
  • Dienstleistungsfreiheit: Dienstleistungen in anderen EU-Staaten anbieten
  • freier Kapital- und Zahlungsverkehr

Die EU ist zusätzlich eine Zollunion: Gegenüber Drittländern gelten gemeinsame Außenzölle.

Außenhandel, kurz: Deutschland ist stark vom Export abhängig. Ein Exportüberschuss liegt vor, wenn der Wert der Exporte größer ist als der der Importe. Der Wechselkurs wirkt direkt: Wird der Euro gegenüber dem Dollar teurer (Aufwertung), werden deutsche Waren in den USA teurer (Export schwieriger), Importe aus den USA billiger. Wird er billiger (Abwertung), ist es umgekehrt.

Digitalisierung und Industrie 4.0: Maschinen, Produkte und Menschen werden über das Internet vernetzt (Internet der Dinge). In der Smart Factory steuern sich Fertigungsanlagen teilweise selbst, melden Wartungsbedarf (Predictive Maintenance) und fertigen Einzelstücke zu Kosten der Serienfertigung (z. B. Leuchte „Aurora“ in Wunschfarbe). Weitere Trends: künstliche Intelligenz, Cloud-Computing, Big Data, Plattformen. Folgen für Beschäftigte: neue Berufe und Qualifikationen, Wegfall einfacher Routinetätigkeiten, lebenslanges Lernen.

Eselsbrücke

Vier Freiheiten = „Waren, Personen, Dienste, Kapital“, Merksatz: „Wir Packen Die Koffer.“

Lieber schauen als lesen?

Kurze Erklärvideos zum Thema. Das Video lädt erst, wenn du auf Play tippst. Geprüft am 6.10.2026.

Megatrends Globalisierung, Digitalisierung & Nachhaltigkeit - Umwelt eines Unternehmens 3 erklärt
Die Merkhilfe Wirtschaft · auf YouTube öffnen
Nachhaltigkeit einfach erklärt (explainity® Erklärvideo)
explainity ® Erklärvideos · auf YouTube öffnen

Fachbegriffe auf Englisch

In der Prüfung können englische Fachbegriffe vorkommen.

Nachhaltigkeitsustainability
Lieferkettesupply chain
Kreislaufwirtschaftcircular economy
Binnenmarktsingle market
Globalisierungglobalisation
gesellschaftliche Unternehmensverantwortungcorporate social responsibility (CSR)

Jetzt du

Starte mit den leichten Aufgaben. Falsche Antworten landen automatisch in deiner Wiederholungsliste.

0 von 11 gelöst
Aufgabe 1ZuordnenEinstieg

Ordne die Maßnahme von Lumen Leuchten der Dimension der Nachhaltigkeit zu, die sie vor allem betrifft.

Ersatzteilservice als neues, profitables Geschäftsfeld
Lieferant der Glasschirme muss existenzsichernde Löhne zahlen
Umstellung der Fertigung auf Ökostrom
Aufgabe 2AuswahlEinstieg

Was versteht man unter Corporate Social Responsibility (CSR)?

Aufgabe 3Richtig/FalschPrüfungsniveau

Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (Stand 2026): Stimmt das?

Das LkSG gilt für Unternehmen mit mindestens 1.000 Beschäftigten im Inland.
Lumen Leuchten mit 120 Mitarbeitenden muss selbst ein Risikomanagement nach LkSG einrichten.
Unternehmen im Anwendungsbereich müssen ein Beschwerdeverfahren einrichten.
Zuständige Behörde ist das Bundeskartellamt.
Mit den Erleichterungen seit 2025 sind auch die Sorgfaltspflichten selbst weggefallen.
Aufgabe 4ReihenfolgePrüfungsniveau

Bring die Stufen der Abfallhierarchie nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz in die richtige Rangfolge (beste zuerst).

Mit den Pfeilen in die richtige Reihenfolge bringen.

  1. 1.sonstige (z. B. energetische) Verwertung
  2. 2.Recycling
  3. 3.Vermeidung
  4. 4.Vorbereitung zur Wiederverwendung
  5. 5.Beseitigung
Aufgabe 5ZuordnenEinstieg

Ordne das Beispiel der Grundfreiheit des EU-Binnenmarktes zu.

Ein niederländisches Planungsbüro berät Lumen beim Messestand.
Lumen überweist den Kaufpreis an einen Lieferanten in Italien ohne Beschränkung.
Eine Ingenieurin aus Spanien nimmt eine Stelle bei Lumen in Kassel an.
Lumen liefert Leuchten ohne Zoll an einen Händler in Wien.
Aufgabe 6AuswahlPrüfungsniveau

Welche zwei Aussagen beschreiben Nachteile der Globalisierung für ein Unternehmen wie Lumen Leuchten?

Mehrere Antworten sind richtig (2).

Aufgabe 7AuswahlPrüfungsniveau
Situation

Lumen verkauft Stehleuchten „Aurora“ für 300 € an einen Onlinehändler in den USA. Der Euro wertet gegenüber dem US-Dollar deutlich auf.

Welche Folge ist wahrscheinlich?

Aufgabe 8RechnenPrüfungsniveau
Situation

Lumen heizt die Fertigungshalle mit Erdgas. Dabei entstehen 180 Tonnen CO₂ im Jahr. Nimm einen CO₂-Preis nach BEHG von 55 € je Tonne an.

Wie viel Euro CO₂-Kosten sind (über den Gaspreis) in den Heizkosten enthalten?

€
Aufgabe 9Richtig/FalschPrüfungsniveau

Industrie 4.0 und Digitalisierung: Stimmt das?

Bei Industrie 4.0 kommunizieren Maschinen und Produkte über das Internet der Dinge miteinander.
Predictive Maintenance bedeutet, Maschinen erst nach einem Ausfall zu reparieren.
Industrie 4.0 ermöglicht individuelle Produkte zu Kosten nahe der Serienfertigung (Losgröße 1).
Durch Digitalisierung entstehen ausschließlich neue Arbeitsplätze, es fallen keine weg.
Aufgabe 10AuswahlKnifflig
Situation

Eine Möbelhauskette mit 4.500 Beschäftigten in Deutschland ist Großkunde von Lumen Leuchten. Sie schickt Lumen einen Verhaltenskodex und einen Fragebogen zu Arbeitsbedingungen bei den Glasschirm-Lieferanten in Osteuropa.

Warum tut die Möbelhauskette das?

Aufgabe 11Freie AntwortKnifflig

Lumen Leuchten möchte nachhaltiger werden. Schlage für jede der drei Dimensionen eine konkrete Maßnahme vor und nenne einen möglichen Zielkonflikt.

Karteikarten

1 / 8 · tippen zum Umdrehen

Mit Wiederholungsplan lernen: Karteikarten-Trainer

Deine Notizen

Gespeichert auf diesem Gerät

Hängt zusammen mit