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Personalentwicklung, Führung und Personalcontrolling

In 30 Sekunden

Personalentwicklung macht Mitarbeitende fit für heutige und künftige Aufgaben: am Arbeitsplatz (on the job), in der Nähe (near the job) oder im Seminar (off the job). Führung gelingt mit dem passenden Stil, klaren Techniken wie Management by Objectives und einem Gespür für Motivation (Maslow, Herzberg). Kennzahlen wie Fluktuations- und Krankenquote zeigen, ob es funktioniert.

Danach kannst du:
  • Ziele und Maßnahmen der Personalentwicklung (on, near, off the job) zuordnen
  • Job Rotation, Job Enlargement und Job Enrichment unterscheiden
  • Führungsstile und Führungstechniken beschreiben und beurteilen
  • Die Motivationstheorien von Maslow und Herzberg anwenden
  • Fluktuationsquote, Krankenquote und Personalaufwandsquote berechnen

Personalentwicklung (PE) sind alle Maßnahmen, die Wissen, Können und Motivation der Mitarbeitenden verbessern.

Ziele für das Unternehmen: Fachkräfte selbst ausbilden statt teuer suchen, Qualität und Innovation steigern, Mitarbeitende binden. Ziele für die Mitarbeitenden: Weiterentwicklung, Aufstieg, sicherer Arbeitsplatz, höheres Einkommen.

Bei der betrieblichen Berufsbildung hat der Betriebsrat Beteiligungs- und Mitbestimmungsrechte (§§ 96 bis 98 BetrVG).

OrtBedeutungBeispiele
into the jobhinführen zur TätigkeitBerufsausbildung, Traineeprogramm, Einarbeitung
on the jobdirekt am ArbeitsplatzUnterweisung, Job Rotation, Job Enlargement, Job Enrichment, Stellvertretung
near the jobarbeitsplatznahQualitätszirkel, Projektarbeit, Lernstatt
off the jobaußerhalb des ArbeitsplatzesSeminar, Fortbildung zum Fachwirt, E-Learning-Kurs, Messebesuch
along the joblaufbahnbegleitendKarriereplanung, Mentoring, Coaching
Maßnahmen der Personalentwicklung
BegriffWas passiert?Beispiel Lumen
Job Rotationgeplanter ArbeitsplatzwechselAzubi wechselt von Einkauf zu Vertrieb zu Controlling
Job Enlargementmehr gleichartige Aufgaben (horizontal, quantitativ)Monteur montiert nicht nur den Sockel, sondern auch Schirm und Kabel
Job Enrichmentanspruchsvollere Aufgaben mit mehr Verantwortung (vertikal, qualitativ)Monteur plant zusätzlich die Schicht und prüft die Qualität selbst
Arbeitsstrukturierung: die drei „Jobs“
Eselsbrücke

En-large = größer, also mehr vom Gleichen. En-rich = reicher, also wertvoller, mit Verantwortung. Rotation = sich drehen, also wechseln.

Autoritär oder kooperativ führen?
Autoritärer Führungsstil
  • •Vorgesetzte entscheiden allein, Mitarbeitende führen aus
  • •schnelle Entscheidungen, klare Verantwortung
  • •geeignet in Krisen oder bei Gefahr
  • •aber: wenig Motivation und Kreativität, Abhängigkeit vom Chef
Kooperativer Führungsstil
  • •Mitarbeitende werden an Entscheidungen beteiligt
  • •hohe Motivation, Ideen aus dem Team, bessere Akzeptanz
  • •Entlastung der Führungskraft durch Delegation
  • •aber: Entscheidungen dauern länger, Abstimmungsaufwand

Beim Laissez-faire-Stil lässt die Führungskraft das Team weitgehend machen und greift kaum ein. Das klappt nur mit sehr selbstständigen Profis, sonst entstehen Chaos und Konflikte. Der situative Führungsstil passt die Führung an die Situation und den Reifegrad der Mitarbeitenden an: Neue brauchen klare Anweisungen, Erfahrene mehr Freiraum.

TechnikIdeeBeispiel Lumen
Management by Objectives (MbO)Führen durch Zielvereinbarung; der Weg ist freiVertrieb vereinbart: 8 % mehr Umsatz mit Architekturbüros
Management by Exception (MbE)Mitarbeitende entscheiden selbst, Vorgesetzte greifen nur bei Ausnahmen einEinkäufer bestellt selbst bis 10.000 €, darüber entscheidet die Leitung
Management by Delegation (MbD)Aufgaben, Kompetenz und Verantwortung werden übertragenTeamleitung Versand plant Touren und Schichten eigenständig
Führungstechniken (Management-by-Konzepte)
Bedürfnispyramide nach Maslow (Stufe 1 ist die Basis)
  • Maslow
    • 5. Selbstverwirklichungeigene Ideen umsetzen, Sinn finden
    • 4. WertschätzungAnerkennung, Status, Beförderung
    • 3. Soziale BedürfnisseTeamgeist, Zugehörigkeit
    • 2. Sicherheitunbefristeter Vertrag, Arbeitsschutz, Altersvorsorge
    • 1. GrundbedürfnisseLohn für Essen und Wohnen, Pausen
Zwei-Faktoren-Theorie nach Herzberg
Hygienefaktoren (verhindern Unzufriedenheit)
  • •Gehalt
  • •Arbeitsbedingungen, Arbeitsplatz
  • •Arbeitsplatzsicherheit
  • •Beziehung zu Kollegen und Vorgesetzten
  • •Unternehmenspolitik
Motivatoren (erzeugen Zufriedenheit)
  • •Anerkennung
  • •Leistung und Erfolgserlebnis
  • •Verantwortung
  • •interessante Arbeitsinhalte
  • •Aufstieg und Entwicklung
Prüfungsfalle

Nach Herzberg motiviert Geld nicht dauerhaft. Ein gutes Gehalt verhindert Unzufriedenheit (Hygienefaktor), echte Motivation kommt aus Anerkennung und Verantwortung. In der Prüfung wird oft gefragt, ob eine Gehaltserhöhung ein Motivator ist: nein.

KennzahlFormelAussage
FluktuationsquoteAbgänge ÷ Ø Personalbestand × 100Wie viele Beschäftigte verlassen das Unternehmen?
Krankenquote (Fehlzeitenquote)Krankheitstage ÷ Soll-Arbeitstage × 100Welcher Teil der Arbeitszeit fällt durch Krankheit aus?
PersonalaufwandsquotePersonalaufwand ÷ Umsatzerlöse × 100Wie personalintensiv ist das Unternehmen?
Ø Personalbestand(Anfangsbestand + Endbestand) ÷ 2Basis für die Fluktuationsquote; welche Abgänge zählen, gibt die Aufgabe vor
Personalkennzahlen (Ergebnis jeweils × 100 in %)
Beispiel: Personalcontrolling bei Lumen

Lumen hatte am 1. Januar 116 und am 31. Dezember 124 Mitarbeitende, im Schnitt also 120. 9 Beschäftigte haben selbst gekündigt.

  • Fluktuationsquote: 9 ÷ 120 × 100 = 7,5 %
  • Soll-Arbeitstage: 120 × 220 = 26.400; Krankheitstage 1.452 → Krankenquote 5,5 %
  • Personalaufwand 6,3 Mio. €, Umsatzerlöse 18 Mio. € → Personalaufwandsquote 35 %

Steigt die Fluktuation, lohnt ein Blick auf Führung, Gehalt und Entwicklungschancen. Austrittsgespräche helfen, Ursachen zu finden.

› Mitarbeitergespräch, Beurteilung und Work-Life-Balance

Im jährlichen Mitarbeitergespräch besprechen Führungskraft und Mitarbeiterin Leistung, Ziele, Entwicklungswünsche und Zusammenarbeit. Arbeitnehmer haben das Recht, ihre Beurteilung erörtern zu lassen (§ 82 Abs. 2 BetrVG). Allgemeine Beurteilungsgrundsätze brauchen die Zustimmung des Betriebsrats (§ 94 Abs. 2 BetrVG).

Typische Beurteilungsfehler: Halo-Effekt (ein Merkmal überstrahlt alles), Nikolaus-Effekt (nur die letzten Wochen zählen), Milde- oder Strengefehler, Tendenz zur Mitte, Sympathie.

Work-Life-Balance bedeutet ein gutes Gleichgewicht von Beruf und Privatleben. Maßnahmen: Gleitzeit, Homeoffice, Teilzeit, Sabbatical, Betriebskita, Gesundheitsangebote. Sie senken Fehlzeiten und Fluktuation und machen den Arbeitgeber attraktiv (Employer Branding).

Merke
  • Rotation = wechseln, Enlargement = mehr vom Gleichen, Enrichment = mehr Verantwortung.
  • MbO = Ziele, MbE = Ausnahmen, MbD = Delegation.
  • Herzberg: Geld ist Hygienefaktor, Anerkennung ist Motivator.
  • Fluktuationsquote = Abgänge ÷ Ø Bestand × 100.

Lieber schauen als lesen?

Kurze Erklärvideos zum Thema. Das Video lädt erst, wenn du auf Play tippst. Geprüft am 6.10.2026.

Führungsstile nach Kurt Lewin (Autoritärer-, Demokratischer-, Laissez-fairer Führungsstil)
BusinessFragen · auf YouTube öffnen

Fachbegriffe auf Englisch

In der Prüfung können englische Fachbegriffe vorkommen.

Personalentwicklunghuman resource development / staff development
Weiterbildungfurther training / continuing education
Führungsstilleadership style
Mitarbeitergesprächperformance review / appraisal interview
Fluktuationstaff turnover
Zielvereinbarungtarget agreement (management by objectives)

Jetzt du

Starte mit den leichten Aufgaben. Falsche Antworten landen automatisch in deiner Wiederholungsliste.

0 von 10 gelöst
Aufgabe 1ZuordnenEinstieg

Ordne die Maßnahme der richtigen Kategorie zu.

Monteurin montiert zusätzlich zum Sockel auch den Schirm
Monteur übernimmt zusätzlich Qualitätsprüfung und Schichtplanung
Azubi durchläuft Einkauf, Vertrieb und Controlling
Qualitätszirkel zur Senkung der Ausschussquote
Mitarbeiter besucht einen zweitägigen Excel-Kurs bei der IHK
Aufgabe 2RechnenEinstieg

Lumen hatte im Jahresdurchschnitt 120 Mitarbeitende. 9 haben im Jahr selbst gekündigt. Berechne die Fluktuationsquote.

%
Aufgabe 3RechnenPrüfungsniveau
Situation

In der Montage arbeiten 110 Beschäftigte mit je 220 Soll-Arbeitstagen im Jahr. Insgesamt wurden 1.694 Krankheitstage gemeldet.

Berechne die Krankenquote.

%
Aufgabe 4RechnenPrüfungsniveau

Der Personalaufwand der Lumen Leuchten GmbH beträgt 6.930.000 €, die Umsatzerlöse betragen 19.800.000 €. Berechne die Personalaufwandsquote.

%
Aufgabe 5RechnenKnifflig
Situation

Im Vertrieb der Lumen Leuchten GmbH arbeiteten am 1. Januar 112 und am 31. Dezember 118 Beschäftigte. Im Jahr haben 6 Beschäftigte selbst gekündigt, 2 sind in Rente gegangen. Die Personalleitung berechnet die Fluktuationsquote nur mit arbeitnehmerseitigen Kündigungen.

Berechne die Fluktuationsquote (auf 2 Nachkommastellen gerundet).

%
Aufgabe 6AuswahlPrüfungsniveau

Welche Faktoren sind nach Herzberg Motivatoren? (Mehrere richtig)

Mehrere Antworten sind richtig (3).

Aufgabe 7ZuordnenEinstieg

Ordne die Führungstechnik zu.

Chefin greift nur ein, wenn ein Rabatt über 15 % gewährt werden soll
Teamleitung erhält die Verantwortung für die gesamte Urlaubsplanung
Vereinbarung: Reklamationsquote im nächsten Jahr unter 1 %
Aufgabe 8ReihenfolgeEinstieg

Bringe die Stufen der Bedürfnispyramide nach Maslow in die Reihenfolge von unten nach oben.

Mit den Pfeilen in die richtige Reihenfolge bringen.

  1. 1.Selbstverwirklichung
  2. 2.Sicherheitsbedürfnisse
  3. 3.Wertschätzung
  4. 4.Grundbedürfnisse
  5. 5.Soziale Bedürfnisse
Aufgabe 9Richtig/FalschPrüfungsniveau

Richtig oder falsch?

Job Enlargement erweitert die Tätigkeit um gleichartige Aufgaben.
Der Laissez-faire-Stil eignet sich besonders für neue, unerfahrene Mitarbeitende.
Beim kooperativen Führungsstil dauern Entscheidungen oft länger.
Eine sinkende Fluktuationsquote ist für das Unternehmen in der Regel ein schlechtes Zeichen.
Aufgabe 10Freie AntwortKnifflig
Situation

In der Montage der Lumen Leuchten GmbH ist die Fluktuationsquote in zwei Jahren von 4 % auf 11 % gestiegen, die Krankenquote von 4,5 % auf 8 %. In Austrittsgesprächen nennen die Beschäftigten eintönige Arbeit, wenig Mitsprache und einen Teamleiter, der „alles allein entscheidet“.

Analysiere die Situation mit Herzberg und schlage drei Maßnahmen aus Personalentwicklung und Führung vor. Begründe jeweils kurz.

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