Beendigung des Arbeitsverhältnisses
In 30 Sekunden
Ein Arbeitsverhältnis endet vor allem durch Kündigung, Aufhebungsvertrag oder Ablauf einer Befristung. Eine Kündigung braucht immer Schriftform (§ 623 BGB). Für die ordentliche Kündigung gelten die Fristen aus § 622 BGB, für die fristlose Kündigung ein wichtiger Grund (§ 626 BGB). Gibt es einen Betriebsrat, ist er vor jeder Kündigung anzuhören (§ 102 BetrVG).
- Beendigungsarten unterscheiden, insbesondere Kündigung und Aufhebungsvertrag
- Kündigungsfristen nach § 622 BGB mit konkreten Daten berechnen
- Voraussetzungen der außerordentlichen Kündigung und die 2-Wochen-Frist anwenden
- Kündigungsschutzgesetz, Sozialauswahl und besonderen Kündigungsschutz erklären
- Rolle von Betriebsrat und Abmahnung einordnen
- Beendigung
- Kündigung (einseitig)
- ordentlichmit Frist nach § 622 BGB
- außerordentlichfristlos aus wichtigem Grund, § 626 BGB
- Aufhebungsvertrag (zweiseitig)beide einigen sich, Schriftform
- ZeitablaufBefristung endet automatisch (TzBfG)
- SonstigesTod des Arbeitnehmers, Erreichen der Altersgrenze laut Vertrag
- •einseitige, empfangsbedürftige Willenserklärung: wirkt mit Zugang
- •Schriftform mit eigenhändiger Unterschrift, keine E-Mail (§ 623 BGB)
- •Kündigungsfristen und Kündigungsschutz gelten
- •Betriebsrat muss vorher angehört werden (§ 102 BetrVG)
- •Vertrag: beide Seiten müssen zustimmen
- •ebenfalls Schriftform (§ 623 BGB)
- •keine Kündigungsfrist, kein Kündigungsschutz, keine Anhörung des Betriebsrats
- •oft mit Abfindung; Risiko für AN: Sperrzeit beim Arbeitslosengeld (§ 159 SGB III)
| Situation | Frist |
|---|---|
| Probezeit (max. 6 Monate) | 2 Wochen, an jedem Tag (Abs. 3) |
| Grundkündigungsfrist (AN und AG) | 4 Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats (Abs. 1) |
| Kündigung durch den AG, Betriebszugehörigkeit 2 Jahre | 1 Monat zum Monatsende |
| 5 Jahre | 2 Monate zum Monatsende |
| 8 Jahre | 3 Monate zum Monatsende |
| 10 Jahre | 4 Monate zum Monatsende |
| 12 Jahre | 5 Monate zum Monatsende |
| 15 Jahre | 6 Monate zum Monatsende |
| 20 Jahre | 7 Monate zum Monatsende |
Die verlängerten Fristen aus § 622 Abs. 2 gelten nur für Kündigungen durch den Arbeitgeber. Kündigt eine Mitarbeiterin nach 15 Jahren selbst, gilt für sie die Grundfrist von 4 Wochen zum 15. oder Monatsende, außer Vertrag oder Tarifvertrag sagen etwas anderes. Und: 4 Wochen sind 28 Tage, nicht ein Monat.
- 1Zugang feststellen
Der Tag, an dem die Kündigung beim Empfänger ankommt, zählt nicht mit (§ 187 BGB).
- 2Frist abzählen
4 Wochen = 28 Tage. Die Frist endet am gleichen Wochentag 4 Wochen später.
- 3Termin suchen
Nächster 15. oder nächstes Monatsende, das nach Fristende liegt oder darauf fällt.
- 4Ergebnis
Das ist der letzte Tag des Arbeitsverhältnisses (muss kein Arbeitstag sein).
Monteur Erik ist seit einem Jahr bei Lumen und kündigt selbst. Die Kündigung geht am Dienstag, 10. März 2026 zu.
- 4 Wochen später: Dienstag, 7. April 2026
- nächster Termin: 15. April 2026
Lumen kündigt der Lageristin Frau Roth nach 9 Jahren Betriebszugehörigkeit betriebsbedingt. Zugang: Mittwoch, 20. Mai 2026.
- Frist: 3 Monate zum Monatsende
-
- Mai + 3 Monate = 20. August, nächstes Monatsende: 31. August 2026
Die außerordentliche (fristlose) Kündigung nach § 626 BGB braucht einen wichtigen Grund, der die Fortsetzung bis zum Fristablauf unzumutbar macht, z. B. Diebstahl, Arbeitszeitbetrug, Tätlichkeit. Sie muss innerhalb von 2 Wochen erklärt werden, nachdem der Kündigende von den Tatsachen Kenntnis erlangt hat.
Der Betriebsrat muss vor jeder Kündigung angehört werden (§ 102 BetrVG). Ohne Anhörung ist die Kündigung unwirksam. Bedenken muss der Betriebsrat bei der ordentlichen Kündigung innerhalb einer Woche, bei der außerordentlichen innerhalb von drei Tagen schriftlich mitteilen. Eine Zustimmung braucht der Arbeitgeber nicht.
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Geltung | Betrieb mit in der Regel mehr als 10 Arbeitnehmern (§ 23) und Arbeitsverhältnis länger als 6 Monate (§ 1) |
| Sozial gerechtfertigt | nur aus Gründen in der Person (z. B. lange Krankheit), im Verhalten (z. B. wiederholtes Zuspätkommen nach Abmahnung) oder betriebsbedingt (z. B. Auftragsrückgang, Rationalisierung) |
| Sozialauswahl | bei betriebsbedingter Kündigung: Betriebszugehörigkeit, Lebensalter, Unterhaltspflichten, Schwerbehinderung (§ 1 Abs. 3) |
| Klagefrist | Kündigungsschutzklage innerhalb von 3 Wochen nach Zugang beim Arbeitsgericht (§ 4) |
| Wer? | Schutz |
|---|---|
| Schwangere und Mütter | Kündigungsverbot während der Schwangerschaft und bis 4 Monate nach der Entbindung (§ 17 MuSchG) |
| Elternzeit | kein Kündigungsrecht ab Anmeldung (frühestens 8 Wochen vor Beginn) und während der Elternzeit (§ 18 BEEG) |
| Schwerbehinderte | Kündigung nur mit vorheriger Zustimmung des Integrationsamts (§ 168 SGB IX) |
| Betriebsratsmitglieder | ordentliche Kündigung ausgeschlossen (§ 15 KSchG), außerordentliche nur mit Zustimmung des Betriebsrats (§ 103 BetrVG) |
| Auszubildende | nach der Probezeit durch den Ausbildenden nur noch aus wichtigem Grund (§ 22 BBiG) |
› Die Abmahnung
Vor einer verhaltensbedingten Kündigung muss in der Regel eine Abmahnung erfolgen. Sie hat drei Funktionen:
- Hinweis/Rüge: Das Fehlverhalten wird genau beschrieben (Datum, was ist passiert).
- Ermahnung: Aufforderung, das Verhalten zu ändern.
- Warnung: Androhung arbeitsrechtlicher Konsequenzen bis zur Kündigung im Wiederholungsfall.
Eine Abmahnung ist nicht formgebunden, sollte aber aus Beweisgründen schriftlich sein. Bei schweren Verstößen (z. B. Diebstahl) ist sie entbehrlich.
- Kündigung schriftlich (§ 623 BGB), wirksam mit Zugang.
- Grundfrist 4 Wochen zum 15. oder Monatsende, AG-Fristen verlängern sich nach 2/5/8/10/12/15/20 Jahren auf 1 bis 7 Monate zum Monatsende.
- Fristlos: wichtiger Grund, 2 Wochen ab Kenntnis (§ 626 BGB).
- § 102 BetrVG Anhörung, 3 Wochen Klagefrist (§ 4 KSchG).
Lieber schauen als lesen?
Kurze Erklärvideos zum Thema. Das Video lädt erst, wenn du auf Play tippst. Geprüft am 6.10.2026.
Fachbegriffe auf Englisch
In der Prüfung können englische Fachbegriffe vorkommen.
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In welcher Form kann eine Kündigung wirksam erklärt werden?
Monteur Erik (seit einem Jahr bei Lumen, keine Probezeit mehr, keine vertragliche Sonderregel) übergibt seine Kündigung am Dienstag, 10. März 2026.
Zu welchem Termin endet sein Arbeitsverhältnis frühestens?
Lumen möchte einer Mitarbeiterin mit 1 Jahr Betriebszugehörigkeit ordentlich zum 30. Juni 2026 kündigen (Grundfrist).
An welchem Tag muss die Kündigung spätestens zugehen?
Lumen kündigt einem Mitarbeiter, der seit 13 Jahren im Betrieb ist. Wie viele Monate beträgt die gesetzliche Kündigungsfrist?
Die Lumen Leuchten GmbH kündigt der Lageristin Frau Roth betriebsbedingt. Sie ist seit 9 Jahren im Unternehmen. Die Kündigung geht ihr am Mittwoch, 20. Mai 2026, zu. Der Betriebsrat wurde ordnungsgemäß angehört.
Wann endet das Arbeitsverhältnis?
Am Dienstag, 3. November 2026, erfährt die Personalleitung durch Videoaufnahmen, dass ein Lagerarbeiter mehrere Leuchten gestohlen hat. Sie möchte fristlos kündigen.
Bis wann muss die Kündigung dem Arbeitnehmer spätestens zugehen?
Einer Monteurin wird die Kündigung am Freitag, 9. Oktober 2026, übergeben. Sie hält sie für sozial ungerechtfertigt.
Richtig oder falsch?
Ordne den Kündigungsgrund der passenden Kündigungsart zu.
Wer genießt besonderen Kündigungsschutz? (Mehrere richtig)
Mehrere Antworten sind richtig (4).
Die Vertriebsassistentin Frau Lange ist seit 16 Jahren bei Lumen. Sie hat eine neue Stelle gefunden und gibt ihre Kündigung am Freitag, 4. September 2026, ab. Ihr Arbeitsvertrag verweist nur auf die gesetzlichen Fristen.
Zu welchem Termin kann sie frühestens ausscheiden?
Wegen eines Auftragsrückgangs möchte Lumen in der Montage zwei von zwölf Stellen abbauen. Die Personalleitung überlegt, den Betroffenen Aufhebungsverträge anzubieten statt zu kündigen.
Vergleiche beide Wege aus Sicht von Lumen und aus Sicht der Beschäftigten. Gehe auf Betriebsrat, Sozialauswahl und Arbeitslosengeld ein.
Karteikarten
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