Kennzahlen und Controlling
In 30 Sekunden
Kennzahlen verdichten viele Zahlen zu einer Aussage: Produktivität (Menge zu Menge), Wirtschaftlichkeit (Leistungen zu Kosten), Rentabilität (Gewinn zu Kapital oder Umsatz). Das Controlling nutzt sie im Kreislauf aus Planen, Steuern und Kontrollieren: Plan und Ist vergleichen, Abweichungen analysieren, gegensteuern.
- Produktivität, Wirtschaftlichkeit und Rentabilität unterscheiden und berechnen
- Eigenkapital-, Gesamtkapital- und Umsatzrentabilität sowie den ROI ermitteln
- einen einfachen Cashflow berechnen
- einen Plan/Ist-Vergleich durchführen und Abweichungen in Preis- und Mengenabweichung zerlegen
- Controlling-Kreislauf, Benchmarking und Balanced Scorecard erklären
Ein Satz wie „Wir haben 180.000 € Gewinn gemacht“ sagt allein wenig. Bei 500.000 € eingesetztem Kapital wäre das hervorragend, bei 20 Millionen € enttäuschend. Erst eine Kennzahl setzt zwei Größen ins Verhältnis und macht Ergebnisse vergleichbar: mit dem Vorjahr, mit dem Plan, mit anderen Unternehmen.
| Kennzahl | Formel | Was sagt sie? | Lumen |
|---|---|---|---|
| Produktivität | Ausbringungsmenge ÷ Einsatzmenge | mengenmäßige Ergiebigkeit, z. B. Stück je Arbeitsstunde | 6.000 Leuchten ÷ 4.000 h = 1,5 Stück/h |
| Wirtschaftlichkeit | Leistungen ÷ Kosten | wertmäßige Ergiebigkeit; über 1 heißt wirtschaftlich | 950.000 ÷ 820.000 = 1,16 |
| Rentabilität | Gewinn ÷ eingesetztes Kapital (oder Umsatz) · 100 | Verzinsung des Kapitals in % | siehe unten |
Produktivität ist eine reine Mengengröße. Sie steigt auch dann, wenn die Löhne explodieren. Ob es sich lohnt, zeigt erst die Wirtschaftlichkeit (Werte) und am Ende die Rentabilität (Gewinn im Verhältnis zum Kapital).
Bei der Gesamtkapitalrentabilität gehören die Fremdkapitalzinsen in den Zähler. Sie sind die „Verzinsung“ der Gläubiger und wurden vorher als Aufwand vom Gewinn abgezogen.
Gewinn meint hier den Jahresüberschuss. Gesamtkapital = Eigenkapital + Fremdkapital.
Gewinn 180.000 €, Eigenkapital 1.500.000 €, Fremdkapital 2.500.000 €, Fremdkapitalzinsen 120.000 €, Umsatzerlöse 12.000.000 €.
- EK-Rentabilität = 180.000 ÷ 1.500.000 · 100 = 12 %
- GK-Rentabilität = (180.000 + 120.000) ÷ 4.000.000 · 100 = 7,5 %
- Umsatzrentabilität = 180.000 ÷ 12.000.000 · 100 = 1,5 %. Von jedem Euro Umsatz bleiben 1,5 Cent Gewinn.
Lumen: 1,5 % · (12.000.000 ÷ 4.000.000) = 1,5 % · 3 = 4,5 %. Der ROI zeigt, ob eine schwache Rendite an zu geringer Marge oder an zu viel gebundenem Kapital liegt. In vielen Schulbüchern wird der Gewinn ohne Fremdkapitalzinsen verwendet. Die Prüfung gibt vor, mit welcher Größe du rechnest.
› Vertiefung: Leverage-Effekt
Lumen zahlt auf das Fremdkapital 120.000 ÷ 2.500.000 = 4,8 % Zinsen. Die Gesamtkapitalrentabilität liegt mit 7,5 % darüber. Jeder Euro Fremdkapital verdient also mehr, als er kostet. Der Überschuss fließt den Eigentümern zu, darum ist die EK-Rentabilität (12 %) höher. Das nennt man Leverage-Effekt (Hebelwirkung). Steigen die Zinsen über die GK-Rentabilität, kehrt sich der Hebel um.
Abschreibungen und Rückstellungszuführungen mindern den Gewinn, führen aber nicht zu einer Auszahlung. Der Cashflow zeigt, wie viel Geld das Unternehmen selbst erwirtschaftet hat (Innenfinanzierungskraft). Lumen: 180.000 + 240.000 + 30.000 = 450.000 €.
- 1Planen
Ziele und Planwerte festlegen (Absatz, Kosten, Budget)
- 2Steuern
Umsetzung begleiten, Informationen bereitstellen
- 3Kontrollieren
Plan/Ist-Vergleich, Abweichungen ermitteln
- 4Analysieren
Ursachen der Abweichungen suchen
- 5Gegensteuern
Maßnahmen beschließen, Planung anpassen
Für das Aluminium der Aurora plante Lumen im Mai 10.000 kg zu 4,20 € = 42.000 €. Tatsächlich wurden 10.800 kg zu 4,35 € = 46.980 € verbraucht. Abweichung: +4.980 € (ungünstig).
Woran liegt es?
- Mengenabweichung = (Istmenge − Planmenge) · Planpreis = 800 · 4,20 = 3.360 €. Zuständig: Fertigung (Ausschuss? Verschnitt?)
- Preisabweichung = (Istpreis − Planpreis) · Istmenge = 0,15 · 10.800 = 1.620 €. Zuständig: Einkauf bzw. Markt
Zusammen 3.360 + 1.620 = 4.980 €. So weiß die Geschäftsleitung, mit wem sie reden muss.
Plan 420.000 €, Ist 441.000 € Materialkosten: (441.000 − 420.000) ÷ 420.000 · 100 = +5 %
- •Vergleich mit dem Besten (Wettbewerber oder andere Branche)
- •Kennzahlen und Prozesse vergleichen, z. B. Lieferzeit, Ausschussquote
- •Ziel: vom Besten lernen, Verbesserungen ableiten
- •Kennzahlensystem mit vier Perspektiven
- •Finanzen, Kunden, interne Prozesse, Lernen und Entwicklung
- •verbindet Strategie mit messbaren Zielen, nicht nur Finanzkennzahlen
- Produktivität = Menge ÷ Menge, Wirtschaftlichkeit = Leistungen ÷ Kosten, Rentabilität = Gewinn ÷ Kapital · 100
- GK-Rentabilität: Gewinn + FK-Zinsen im Zähler
- ROI = Umsatzrentabilität · Kapitalumschlag
- Controlling: planen, steuern, kontrollieren, Abweichungen analysieren, gegensteuern
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Kurze Erklärvideos zum Thema. Das Video lädt erst, wenn du auf Play tippst. Geprüft am 6.10.2026.
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Ordne jeder Kennzahl ihre Formel zu.
In der Montage wurden im Juli 7.560 Leuchten in 4.200 Arbeitsstunden montiert. Berechne die Arbeitsproduktivität.
Im 1. Quartal betrugen die Leistungen 1.260.000 €, die Kosten 1.047.000 €. Berechne die Wirtschaftlichkeit (auf zwei Nachkommastellen).
Lumen Leuchten GmbH, Folgejahr: Gewinn 216.000 €, Eigenkapital 1.800.000 €, Fremdkapital 2.200.000 €, Fremdkapitalzinsen 96.000 €, Umsatzerlöse 10.800.000 €.
Berechne die Eigenkapitalrentabilität.
Gewinn 216.000 €, Eigenkapital 1.800.000 €, Fremdkapital 2.200.000 €, Fremdkapitalzinsen 96.000 €, Umsatzerlöse 10.800.000 €.
Berechne die Gesamtkapitalrentabilität.
Gewinn 216.000 €, Umsatzerlöse 10.800.000 €.
Berechne die Umsatzrentabilität.
Gewinn 216.000 €, Umsatzerlöse 10.800.000 €, Gesamtkapital 4.000.000 €. Der ROI soll mit dem Gewinn (ohne Fremdkapitalzinsen) berechnet werden.
Berechne den ROI über Umsatzrentabilität und Kapitalumschlag.
Jahresüberschuss 216.000 €, Abschreibungen 260.000 €, Erhöhung der Pensionsrückstellungen 24.000 €.
Berechne den Cashflow (vereinfachte Methode).
Die Energiekosten waren für das Quartal mit 64.000 € geplant. Tatsächlich angefallen sind 70.400 €. Wie hoch ist die Abweichung in Prozent?
Plan für Aluminium im Mai: 10.000 kg zu 4,20 €/kg. Ist: 10.800 kg zu 4,35 €/kg. Die Gesamtabweichung beträgt 4.980 €.
Wie hoch ist die Preisabweichung (berechnet auf die Istmenge)?
Welche vier Perspektiven hat die Balanced Scorecard nach Kaplan und Norton?
Die Produktivität in der Montage ist gegenüber dem Vorjahr von 1,5 auf 1,8 Leuchten je Stunde gestiegen. Trotzdem ist die Umsatzrentabilität von 2,0 % auf 1,5 % gesunken. Die Geschäftsführerin bittet dich um eine Einschätzung.
Erkläre, wie das zusammenpassen kann, und beschreibe, wie das Controlling vorgehen sollte.
Karteikarten
Mit Wiederholungsplan lernen: Karteikarten-Trainer