Zuschlagskalkulation
In 30 Sekunden
Mit der Zuschlagskalkulation berechnest du, was ein einzelnes Produkt kostet: Einzelkosten plus Gemeinkostenzuschläge aus dem BAB ergeben Herstellkosten und Selbstkosten. Darauf setzt die Verkaufskalkulation Gewinn, Skonto, Provision und Rabatt bis zum Listenverkaufspreis. Die Vorkalkulation rechnet mit Normalzuschlägen, die Nachkalkulation mit Istzuschlägen.
- das Kalkulationsschema von Fertigungsmaterial bis Selbstkosten sicher anwenden
- Sondereinzelkosten der Fertigung und des Vertriebs richtig einordnen
- vom Selbstkostenpreis zum Listenverkaufspreis rechnen (im Hundert)
- Vor- und Nachkalkulation unterscheiden und den Istgewinn ermitteln
- einen Maschinenstundensatz berechnen und anwenden
Ein Möbelhaus aus Hamburg fragt nach einem Angebot für die Stehleuchte Aurora. Damit der Vertrieb einen Preis nennen kann, muss klar sein, was eine Aurora kostet.
Die Einzelkosten kennst du aus Stückliste und Arbeitsplan: 54,00 € Material und 32,00 € Fertigungslohn. Die Gemeinkosten schlägst du mit den Zuschlagssätzen aus dem BAB darauf. Darum heißt das Verfahren Zuschlagskalkulation. Sie passt für Betriebe mit mehreren unterschiedlichen Produkten, also genau für Lumen.
Sondereinzelkosten sind Einzelkosten, die nicht pro Stück, sondern für einen bestimmten Auftrag anfallen.
- der Fertigung: Ein Architekturbüro bestellt 50 Luna in Sonderfarbe. Dafür braucht Lumen eine eigene Pulverfarbe und eine Prüfung: 600 €, also 12,00 € je Stück. Sie kommen in die Fertigungskosten.
- des Vertriebs: Für einen Export nach Dänemark braucht es Spezialverpackung und Transportversicherung. Sie kommen nach VwGK und VtGK in die Selbstkosten.
Auf Sondereinzelkosten wird kein Gemeinkostenzuschlag gerechnet.
Skonto und Provision werden vom Zielverkaufspreis berechnet, Rabatt vom Listenpreis. Rückwärts gedacht stehen sie also im Hundert: 196,65 € sind 95 % des ZVP, also ZVP = 196,65 ÷ 0,95 = 207,00 €.
Der häufigste Fehler: Skonto, Provision und Rabatt vom Hundert aufschlagen. 196,65 € + 5 % = 206,48 € ist falsch. Der Kunde zieht 2 % Skonto vom Rechnungsbetrag ab, nicht vom Barverkaufspreis. Darum immer durch 0,95 (bzw. 0,9) teilen.
Nur der Gewinn wird vom Hundert auf die Selbstkosten gerechnet.
Kurz gemerkt: Gewinn drauf, alles andere drin. Gewinn: mal 1,15. Skonto und Provision: geteilt durch 0,95. Rabatt: geteilt durch 0,90.
Zuschlagskalkulation (Industrie)
Trag die Werte aus deiner Aufgabe ein. Das Schema rechnet sofort mit. Skonto und Provision werden im Hundert vom Zielverkaufspreis gerechnet, der Rabatt im Hundert vom Listenverkaufspreis.
- •vor der Produktion, für das Angebot
- •mit Normalzuschlägen und geplanten Einzelkosten
- •Ergebnis: Angebotspreis
- •nach Abschluss des Auftrags
- •mit Istzuschlägen und tatsächlichen Einzelkosten
- •Ergebnis: tatsächlicher Gewinn, Abweichungen erkennen
- Herstellkosten = Materialkosten + Fertigungskosten
- Selbstkosten = Herstellkosten + VwGK + VtGK + SEK des Vertriebs
- Gewinn vom Hundert, Skonto/Provision/Rabatt im Hundert
- Der Verkaufspreis steht nach dem Angebot fest. In der Nachkalkulation ändert sich nur der Gewinn: Ist-Gewinn = Barverkaufspreis − Ist-Selbstkosten.
› Vertiefung: Maschinenstundensatzrechnung
Bei stark automatisierter Fertigung passen die Fertigungslöhne schlecht als Grundlage. Die CNC-Biegemaschine verursacht hohe Kosten, aber kaum Lohn. Dann rechnet man die maschinenabhängigen Fertigungsgemeinkosten über einen Maschinenstundensatz ab:
| Maschinenkosten pro Jahr | € |
|---|---|
| kalkulatorische Abschreibung | 48.000 |
| kalkulatorische Zinsen | 9.000 |
| Raumkosten | 3.600 |
| Energie | 6.400 |
| Instandhaltung | 5.000 |
| Summe | 72.000 |
Laufzeit: 1.600 Stunden pro Jahr. Maschinenstundensatz = 72.000 ÷ 1.600 = 45 € je Stunde.
Die übrigen Fertigungsgemeinkosten (z. B. Meistergehalt) werden als Restgemeinkosten weiter in Prozent der Fertigungslöhne zugeschlagen. Fertigungskosten = FL + Restgemeinkosten + Maschinenstunden · Maschinenstundensatz.
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Kurze Erklärvideos zum Thema. Das Video lädt erst, wenn du auf Play tippst. Geprüft am 6.10.2026.
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Bringe die Positionen der Zuschlagskalkulation in die richtige Reihenfolge.
Mit den Pfeilen in die richtige Reihenfolge bringen.
- 1.Materialgemeinkosten
- 2.Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten
- 3.Fertigungslöhne
- 4.Selbstkosten
- 5.Barverkaufspreis
- 6.Fertigungsgemeinkosten
- 7.Fertigungsmaterial
- 8.Gewinn
- 9.Herstellkosten
Für eine Nova werden 38,00 € Fertigungsmaterial verbraucht. Der MGK-Zuschlag beträgt 12 %. Wie hoch sind die Materialkosten?
Für eine Sonderserie der Nova gelten je Stück: Fertigungsmaterial 18,50 €, Fertigungslöhne 12,00 €, Sondereinzelkosten der Fertigung (Sonderlackierung) 1,20 €. Zuschläge: MGK 20 %, FGK 125 %.
Berechne die Herstellkosten je Stück.
Fortsetzung: Herstellkosten je Nova 50,40 €. VwGK 15 %, VtGK 10 %, Sondereinzelkosten des Vertriebs (Geschenkverpackung) 0,80 € je Stück. Runde jeden Zwischenschritt auf Cent.
Berechne die Selbstkosten je Stück.
Die Selbstkosten einer Luna betragen 120,00 €. Lumen kalkuliert mit 12,5 % Gewinn. Wie hoch ist der Barverkaufspreis?
Die Lumen Leuchten GmbH kalkuliert die Pendelleuchte Luna für ein Angebot an einen Onlinehändler:
- Fertigungsmaterial 40,00 €, Fertigungslöhne 20,00 € je Stück
- Normalzuschläge: MGK 20 %, FGK 125 %, VwGK 15 %, VtGK 10 %
- Gewinn 12 %, Kundenskonto 2 %, Vertreterprovision 5 %, Kundenrabatt 20 %
Berechne den Listenverkaufspreis (netto) je Stück.
Für die CNC-Biegemaschine fallen pro Jahr an: kalkulatorische Abschreibung 48.000 €, kalkulatorische Zinsen 9.000 €, Raumkosten 3.600 €, Energie 6.400 €, Instandhaltung 5.000 €. Die Maschine läuft 1.600 Stunden im Jahr.
Berechne den Maschinenstundensatz.
Ein Auftrag über 100 Nova-Gestelle benötigt: Fertigungsmaterial 2.000 €, Fertigungslöhne 900 €, 12 Stunden auf der CNC-Biegemaschine (Maschinenstundensatz 45 €). Zuschläge: MGK 20 %, Restfertigungsgemeinkosten 80 % auf die Fertigungslöhne.
Wie hoch sind die Herstellkosten des Auftrags?
Lumen hat 200 Aurora zum Barverkaufspreis von 196,65 € je Stück verkauft (Vorkalkulation: Selbstkosten 171,00 €, Gewinn 15 %). Die Nachkalkulation ergibt je Stück:
- Fertigungsmaterial 54,00 €, Fertigungslöhne 34,00 €
- Istzuschläge: MGK 22 %, FGK 130 %, VwGK 16 %, VtGK 10 %
Runde jeden Zwischenschritt auf Cent.
Wie hoch ist der tatsächliche Gewinn je Stück?
Welche Aussagen zur Vor- und Nachkalkulation stimmen? (Mehrfachauswahl)
Mehrere Antworten sind richtig (3).
Die Nachkalkulation des Aurora-Auftrags zeigt einen Ist-Gewinn von 15,11 € statt 25,65 € je Stück.
Analysiere, woher die Abweichung kommt, und schlage zwei Maßnahmen vor.
Karteikarten
Mit Wiederholungsplan lernen: Karteikarten-Trainer