Entscheidungen mit dem Deckungsbeitrag
In 30 Sekunden
Mit dem Deckungsbeitrag triffst du kurzfristige Entscheidungen: Ein Zusatzauftrag lohnt sich bei freier Kapazität, wenn der Preis über den variablen Kosten liegt. Bei einem Engpass entscheidet der relative Deckungsbeitrag (db je Engpasseinheit) über die Rangfolge. Bei Eigenfertigung oder Fremdbezug hilft die kritische Menge.
- über die Annahme eines Zusatzauftrags begründet entscheiden
- kurzfristige und langfristige Preisuntergrenze bestimmen
- Entscheidungen zur Sortimentsbereinigung mit DB I und DB II begründen
- mit dem relativen Deckungsbeitrag das optimale Produktionsprogramm ermitteln
- die kritische Menge bei Eigenfertigung oder Fremdbezug berechnen
Alle Entscheidungen in dieser Lektion folgen einer Idee: Kurzfristig ändern sich die Fixkosten nicht. Miete, Gehälter und Abschreibungen zahlt Lumen diesen Monat sowieso. Entscheidend ist deshalb nur, wie sich der Deckungsbeitrag verändert. Steigt er, steigt das Betriebsergebnis um genau denselben Betrag.
- 1Freie Kapazität?
Wenn nein: Was wird verdrängt und welchen DB verliere ich?
- 2Preis > kv?
Nur dann ist der Stück-db positiv.
- 3Zusätzliche Kosten?
Sonderkosten, einmalige Fixkosten (Werkzeug, Umrüstung) abziehen
- 4Veränderung des Betriebsergebnisses
zusätzlicher DB − zusätzliche Fixkosten − verdrängter DB
- 5Qualitative Folgen
Reaktion der Stammkunden, Image, neuer Kunde, Auslastung
Die Nova-Fertigung schafft 5.000 Stück im Monat, ausgelastet ist sie mit 3.800 Stück (Preis 89 €, kv 49 €, Kf 120.000 €). Ein Onlinehändler bietet für 800 Stück nur 62 €.
Vollkostendenken: Selbstkosten = 49 + 120.000 ÷ 3.800 = 80,58 €. Der Preis liegt darunter, also ablehnen?
Falsch. Die Fixkosten sind schon durch die 3.800 Stück abgedeckt. Jede zusätzliche Nova bringt 62 − 49 = 13 € db. Das Betriebsergebnis steigt um 800 · 13 = 10.400 €. Annehmen, sofern die Stammkunden nicht von dem Sonderpreis erfahren und selbst nachverhandeln.
- •= variable Stückkosten (kv)
- •deckt nur die Kosten, die das Stück zusätzlich verursacht
- •für Zusatzaufträge, Absatzkrisen, Markteinführung
- •db = 0, das Ergebnis wird weder besser noch schlechter
- •= Selbstkosten je Stück (kv + Kf ÷ x)
- •deckt alle Kosten, Gewinn = 0
- •auf Dauer muss jeder Preis sie erreichen
- •sonst zehrt der Betrieb seine Substanz auf
- Ohne freie Kapazität gilt die einfache Regel „Preis > kv“ nicht mehr. Dann musst du den DB der verdrängten Aufträge abziehen.
- Einmalige Kosten des Zusatzauftrags (Umrüsten, Sonderwerkzeug) sind zusätzliche Fixkosten und mindern den Vorteil.
- Ein Produkt mit negativem DB II, aber positivem db sofort zu streichen ist meist falsch. Der DB I fällt dann sicher weg, die Erzeugnisfixkosten oft nicht sofort.
Sortimentsbereinigung: Soll ein Produkt aus dem Programm genommen werden?
- db negativ (Preis unter kv): Jedes Stück verschlechtert das Ergebnis. Kurzfristig streichen, es sei denn, es gibt wichtige Gründe (Verbundeffekte: Kunden kaufen Aurora und Luna als Set).
- db positiv, DB II negativ: Das Produkt trägt zu den Unternehmensfixkosten bei, deckt aber seine eigenen Fixkosten nicht. Streichen lohnt sich nur, wenn die Erzeugnisfixkosten abbaubar sind und höher als der DB I.
- DB II positiv: Behalten.
Kann nicht alles produziert werden, was verkauft werden könnte, ist die knappe Maschine der Engpass. Produziert wird dann zuerst das Produkt mit dem höchsten db je Engpassminute, nicht das mit dem höchsten db je Stück.
| Aurora | Nova | Luna | |
|---|---|---|---|
| db je Stück | 90 € | 40 € | 55 € |
| Beschichtungszeit je Stück | 12 min | 4 min | 10 min |
| relativer db | 7,50 €/min | 10,00 €/min | 5,50 €/min |
| Rang | 2 | 1 | 3 |
| maximaler Absatz | 2.000 Stück | 4.000 Stück | 2.000 Stück |
| benötigte Zeit bei max. Absatz | 24.000 min | 16.000 min | 20.000 min |
Wer nach dem absoluten db sortiert (Aurora, Luna, Nova), kommt hier nur auf 2.000 Aurora, 2.000 Luna und 500 Nova: 310.000 € DB, also 63.000 € weniger. Im Engpass zählt, was ein Produkt pro knapper Minute bringt. Wie beim Nebenjob: Nicht der höchste Lohn pro Auftrag zählt, sondern der Stundenlohn, wenn deine Zeit knapp ist.
Unterhalb der kritischen Menge ist der Fremdbezug günstiger, oberhalb die Eigenfertigung. Bei genau der kritischen Menge sind beide Alternativen gleich teuer.
Lumen kann die Schirmhalterung selbst fertigen: variable Kosten 18 € je Stück, zusätzliche Fixkosten (Werkzeug, Abschreibung einer kleinen Presse) 24.000 € im Jahr. Ein Zulieferer bietet sie für 26 € an.
- Kritische Menge = 24.000 ÷ (26 − 18) = 3.000 Stück
- Jahresbedarf 4.200 Stück: Eigenfertigung 24.000 + 18 · 4.200 = 99.600 €, Fremdbezug 26 · 4.200 = 109.200 €
- Eigenfertigung spart 9.600 €
Zusätzlich zählen qualitative Gründe: Qualität, Know-how, Abhängigkeit vom Lieferanten, freie Kapazitäten, Lieferzuverlässigkeit.
- Zusatzauftrag bei freier Kapazität: annehmen, wenn Preis > kv (und zusätzliche Fixkosten gedeckt sind)
- kurzfristige Preisuntergrenze = kv, langfristige = Selbstkosten
- Engpass: Rangfolge nach db ÷ Engpasseinheit
- Make or buy: kritische Menge = Kf ÷ (Bezugspreis − kv)
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Wo liegt die kurzfristige Preisuntergrenze eines Produkts?
Die Aurora-Fertigung hat eine Kapazität von 3.000 Stück im Monat und ist mit 2.400 Stück ausgelastet. Ein Möbelhaus aus Leipzig bietet für 400 Aurora einmalig 165 € je Stück. Die variablen Stückkosten betragen 130 €. Zusätzliche Fixkosten fallen nicht an.
Um wie viel Euro verändert sich das Betriebsergebnis, wenn Lumen annimmt?
Ein Architekturbüro möchte 300 Luna in einer Sonderfarbe für 120 € je Stück. Die Luna-Fertigung (Kapazität 2.500 Stück) ist mit 2.000 Stück ausgelastet. Normale variable Kosten: 95 € je Stück. Für die Sonderfarbe kommen 4 € je Stück hinzu. Einmalig entstehen für Farbwechsel und Musterfreigabe 2.500 €.
Wie verändert sich das Betriebsergebnis bei Annahme des Auftrags?
Die Nova-Fertigung (Kapazität 5.000 Stück) ist mit 4.600 Stück zum Preis von 89 € ausgelastet, kv 49 €. Ein Großhändler will 800 Nova zu 70 € kaufen, aber nur komplett. Um ihn zu beliefern, müsste Lumen 400 Stück weniger an Stammkunden verkaufen.
Um wie viel Euro verändert sich das Betriebsergebnis, wenn Lumen den Großauftrag annimmt?
Nova: variable Stückkosten 49 €, Fixkosten 120.000 € im Monat, geplanter Absatz 4.000 Stück.
Wie hoch ist die langfristige Preisuntergrenze je Stück?
Die Pulverbeschichtungsanlage ist ein Engpass.
| Aurora | Nova | Luna | |
|---|---|---|---|
| db je Stück | 90 € | 40 € | 55 € |
| Beschichtungszeit | 12 min | 4 min | 10 min |
In welcher Reihenfolge sollten die Leuchten produziert werden? (höchste Priorität zuerst)
Mit den Pfeilen in die richtige Reihenfolge bringen.
- 1.Nova
- 2.Luna
- 3.Aurora
Die Pulverbeschichtungsanlage hat 46.000 Minuten im Monat zur Verfügung.
| Aurora | Nova | Luna | |
|---|---|---|---|
| db je Stück | 90 € | 40 € | 55 € |
| Beschichtungszeit | 12 min | 4 min | 10 min |
| maximaler Absatz | 2.000 Stück | 4.000 Stück | 2.000 Stück |
Wie viele Luna werden im optimalen Produktionsprogramm hergestellt?
Gleiche Daten wie in der vorigen Aufgabe. Optimales Programm: 4.000 Nova, 2.000 Aurora, 600 Luna. Die Fixkosten betragen 300.000 € im Monat.
Wie hoch ist das Betriebsergebnis bei optimalem Programm?
Eigenfertigung der Schirmhalterung: variable Kosten 18 € je Stück, zusätzliche Fixkosten 24.000 € im Jahr. Fremdbezug: 26 € je Stück.
Berechne die kritische Menge.
Die Lumen Leuchten GmbH braucht im nächsten Jahr 4.200 Schirmhalterungen. Eigenfertigung: kv 18 €, zusätzliche Fixkosten 24.000 €. Fremdbezug: 26 € je Stück.
Wie viel Euro spart die günstigere Alternative gegenüber der anderen?
Im Juni hatte die Luna einen db von 55 €, einen DB I von 99.000 € und Erzeugnisfixkosten von 105.000 € (DB II = −6.000 €).
Richtig oder falsch?
Rechnerisch spart die Eigenfertigung der Schirmhalterung 9.600 € im Jahr. Der Einkaufsleiter möchte trotzdem beim Zulieferer bleiben.
Nenne je zwei qualitative Gründe für Eigenfertigung und für Fremdbezug.
Karteikarten
Mit Wiederholungsplan lernen: Karteikarten-Trainer